Kranke müssen für Arztrechnung tiefer in die eigene Tasche greifen


Roman Spirig
Schweiz / 14.03.19 12:12

Die Krankenkassenprämien steigen jedes Jahr. Nun müssen Kranke auch noch einen grösseren Teil der Arztrechnungen selber zahlen. Die Franchisen steigen vorerst um 50 Franken. Eine Erhöhung um 200 Franken lehnt der Nationalrat ab.

Kranke müssen für Arztrechnung tiefer in die eigene Tasche greifen  (Foto: KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI)
Kranke müssen für Arztrechnung tiefer in die eigene Tasche greifen (Foto: KEYSTONE / MARTIN RUETSCHI)

Er hat sich am Donnerstag mit 162 zu 21 Stimmen gegen eine Motion seiner Gesundheitskommission ausgesprochen, die verlangt, die ordentliche Franchise von heute 300 Franken auf 500 Franken anzuheben. Kommissionssprecher Bruno Pezzatti (FDP/ZG) argumentierte vergeblich, dass sich dadurch die Gesundheitskosten senken liessen. Der Bundesrat hatte die möglichen Einsparungen auf 430 Millionen Franken beziffert.

Für die Mehrheit überwog das Argument, dass Kranke dadurch zusätzlich belastet würden. Eine Rolle gespielt haben könnte auch die Tatsache, dass die Linke, Konsumenten- und Rentnerorganisationen Sturm laufen gegen die Erhöhung der Franchisen. Sie haben bereits das Referendum beschlossen.

Die Franchisen bleiben nämlich nicht auf dem heutigen Stand. Der Nationalrat hat am Donnerstag eine Vorlage bereinigt, mit der alle Erwachsenen-Franchisen laufend den Gesundheitskosten angepasst werden. Vorgesehen ist eine Erhöhung um 50 Franken, sobald die durchschnittlichen Bruttokosten der Leistungen pro versicherte Person mehr als 13-mal höher liegen als die ordentliche Franchise.

Eine erste Anpassung der Franchisen ist auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens geplant. Die ordentliche Franchise würde dann 350 Franken betragen, die höchste Franchise 2550 Franken. Der Nationalrat hatte noch eine sprachliche Differenz zu bereinigen. Die Vorlage ist nun bereit für die Schlussabstimmung. Ein Urnengang könnte Ende November 2019 stattfinden. Die höheren Franchisen gelten möglicherweise ab 2020.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

International

"#Lernsieg": 17-Jähriger wirbt für Lernen mit Social Media

Mit Instagram und Snapchat spielend lernen - für viele Jugendliche klingt das wohl sehr verlockend. Ein 17 Jahre alter Österreicher veröffentlicht nun ein Buch mit entsprechenden Tricks. Sein Motto: Die Schüler sind schon digitalisiert, die Lehrer aber noch nicht.

Wahl-Skandal regional! Wahlhelfer kumulieren 200 ungültige Wahlzettel von Hand und verschicken sie im Entlebuch
Regional

Wahl-Skandal regional! Wahlhelfer kumulieren 200 ungültige Wahlzettel von Hand und verschicken sie im Entlebuch

Wahlhelfer haben rund 200 Wahlzettel verschickt, auf denen sie FDP-Kantonsratskandidat Reto Zemp aus Schüpfheim von Hand kumuliert haben. Diese Listen sind ungültig, wie das Justiz- und Sicherheitsdepartement (JSD) heute Freitag mitteilte.

Utrecht-Täter gesteht Anschlag - Motiv weiterhin unklar
International

Utrecht-Täter gesteht Anschlag - Motiv weiterhin unklar

Der mutmassliche Todesschütze von Utrecht hat sich zur Tat bekannt und erklärt, allein gehandelt zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag in der niederländischen Stadt mit. Aber zum Motiv des 37-Jährigen wurde nichts mitgeteilt.

Aus der Basler St. Jakobshalle soll Roger-Federer-Arena werden
Sport

Aus der Basler St. Jakobshalle soll Roger-Federer-Arena werden

Die Basler St. Jakobshalle soll in Roger-Federer-Arena umbenannt werden: Dies verlangt eine Volksinitiative, die nun im Kanton Basel-Stadt lanciert wird. Bisherige Bestrebungen für den Namenswechsel sind gescheitert.