15 Punkte Abzug für Juventus Turin


News Redaktion
Sport / 20.01.23 23:01

Juventus Turin wird vom italienischen Fussball-Verbandssportgericht wegen Bilanzbetrugs bei Spielertransfers mit einem Abzug von 15 Punkten in der Serie A bestraft.

Juve-Trainer Massimiliano Allegri muss in der Meisterschaft eine Aufholjagd starten, sofern die 15 Punkte Abzug bestehen bleiben. (FOTO: KEYSTONE/AP/Armando Franca)
Juve-Trainer Massimiliano Allegri muss in der Meisterschaft eine Aufholjagd starten, sofern die 15 Punkte Abzug bestehen bleiben. (FOTO: KEYSTONE/AP/Armando Franca)

Zunächst war der Rekordmeister zusammen mit anderen Vereinen in diesem Fall freigesprochen worden, doch die Kläger hatten in der Berufung nun Erfolg.

Der einstige Serienchampion soll bei seinen Bilanzen getrickst und dadurch mehr Geld für Transfers zur Verfügung gehabt haben - die Sportrichter gingen mit dem Strafmass sogar noch weiter als die von Chefankläger Giuseppe Chinè geforderten 9 Punkte Abzug. Juventus kann gegen das Urteil beim Italienischen Olympischen Komitee Coni in Berufung gehen.

Sollte die Strafe bestehen bleiben, haben die Turiner kaum noch Chancen, in der Meisterschaft auf einem Tabellenplatz zu landen, der zur Teilnahme an den Europacup-Wettbewerben berechtigt. Von einem "Hammer-Urteil" schrieben die italienischen Medien am Freitagabend übereinstimmend.

Neben dem Punktabzug wurden auch die ehemaligen Klub-Bosse individuell bestraft. Ex-Präsident Andrea Agnelli etwa wurde für zwei Jahre, der ehemalige Vizepräsident Pavel Nedved für acht Monate für jegliche Aktivitäten im italienischen Fussball gesperrt. Ex-Geschäftsführer Fabio Paratici erhielt gar eine Sperre für 30 Monate.

Der Vorwurf der gefälschten Spielerbewertungen ist nur ein Aspekt, wegen dem Juventus sich vor Gerichten verantworten muss. Den Turinern wird zudem vorgeworfen, in der Corona-Pandemie durch Falschangaben über nicht ausgezahlte Gehälter die Bilanzen gefälscht zu haben. Die Spieler hatten sich damals offiziell bereit erklärt, auf einen Teil ihrer Gehälter zu verzichten als Zeichen der Solidarität mit dem Verein, dem wegen des Lockdowns und der Zuschauerrestriktionen viele Einnahmen wegfielen. Jene nicht gezahlten Gehälter wurden offiziell verbucht - in einem späteren Schritt sollen sie dann aber heimlich den Profis doch wieder ausgezahlt worden sein. In dem Fall ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Turin.

(sda)


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