15 Verbände und Organisationen fordern Verzicht auf Bypass-Projekt


Roman Spirig
Regional / 10.05.21 17:09

15 Verbände und Organisationen fordern vom Bund und Kanton Luzern, die Notbremse zu ziehen und die Planung der Luzerner Stadtumfahrung Bypass abzubrechen. Das Projekt untergrabe die Klimaziele und sorge für massiv mehr Autoverkehr in der Region Luzern, argumentieren sie.

15 Verbände und Organisationen fordern Verzicht auf Bypass-Projekt (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
15 Verbände und Organisationen fordern Verzicht auf Bypass-Projekt (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Statt zusätzliche Autobahnen zu bauen, sollten Massnahmen zur Verkehrsvermeidung- und umlagerung geprüft werden, teilten die 15 Verbände und Organisationen am Montag mit. Sie schlossen sich zum Komitee Bypass nein zusammen. Dabei schlagen sie beispielsweise Mobility Pricing oder Sharing-Angebote vor. Und es sollen der Fuss-, Velo- und öffentliche Verkehr stärker gefördert werden.

Das Komitee rechnet vor: 2040 sollen mit dem Bypass täglich 32000 zusätzliche Autos durch Luzern rollen. Damit bleibt der Klimaschutz auf der Strecke, betont es.

Für die Bypass-Gegner sind auch die Kollateralschäden des Projekts unzumutbar, wie sie schreiben. Etwa die Aufhebung des Spielplatzes Dammgärtli oder der Notabluftschacht mitten im Gütschwald, ebenso wie die dreijährige Umleitung der Autobahn durch das Obergrundquartier und massive Beeinträchtigungen in Kriens und Emmen während der Bauzeit.

Dem Komitee gehören unter anderem die VCS-Sektionen von Luzern, Ob- und Nidwalden, sowie WWF Luzern, Ärzte für Umweltschutz (Sektion Pilatus), Pro Natura Luzern, Klimastreik Zentralschweiz und Pro Velo Luzern an.

Mit dem 1,8 Milliarden Franken teuren Bypass will der Bund der Verkehrsbelastung im Raum Luzern Herr werden. Herzstück ist ein 3,5 Kilometer langer Tunnel zwischen Ibach und Kriens. Der Abschnitt der A14 von Ibach bis zum Anschluss Buchrain soll zudem von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden, beim Tunnel Rathausen ist eine dritte Röhre geplant.

Der frühestmögliche Baustart der Vorarbeiten könnte 2024 erfolgen. Die Bauzeit wird auf rund 12 Jahre geschätzt.

(sda)


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