300 Personen demonstrieren in Luzern für Erhalt des "Eichwäldli"


News Redaktion
Regional / 30.01.21 16:18

Rund 300 Personen haben am Samstagnachmittag in Luzern gegen den drohenden Abbruch der Soldatenstube bei der Allmend protestiert. Der Bau, der von legalisierten Hausbesetzern bewohnt wird, müsse als kreativer Freiraum erhalten bleiben, forderten die Demonstrantinnen und Demonstranten.

Der Demonstrationszug gegen den Abriss der Soldatenstube in Luzern. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Der Demonstrationszug gegen den Abriss der Soldatenstube in Luzern. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Freiräume verteidigen und Eine andere Stadt ist möglich hiess es auf Transparenten, welche die Kundgebung anführten. Der Zug, der von Livemusik und einer riesigen Stabpuppe begleitet wurde, führte von der Allmend durch das Moosmattquartier zur Industriestrasse, wo sich ebenfalls die Kreativwirtschaft angesiedelt hat. Dort wurde der Demonstrationszug mit Musik und rotem Rauch empfangen. Danach bewegte sich die Kundgebung weiter zum Helvetiagärtli.

In der 1935 erbauten Soldatenstube wohnt seit 2018 eine Gruppierung, die sich Familie Eichwäldli nennt. Sie nutzt das Gebäude zum Wohnen und als Ort der Begegnung. Die Gruppe wohnte dort zunächst zur Miete. Nachdem der Vertrag ausgelaufen war, erklärte sie die Soldatenstube für besetzt.

Die Stadt legalisierte die Besetzung mit einem Gebrauchsleihvertrag, der Ende September 2020 auslief. Den Vertrag verlängern wollte die Stadt nicht, weil sie das Gebäude als baufällig einstuft und eine Instandstellung unverhältnismässig wäre. Sie gewährte der Gruppierung aber eine Fristverlängerung bis Mitte Februar 2021.

Schief ist schön heisst es auf einem Transparent, das an der Soldatenstube hängt. Eine Sprecherin sagte an der Kundgebung, niemand bestreite den schlechten Zustand des Gebäudes. Die Familie Eichwäldi habe der Stadt indes vergeblich anerboten, selbst Instandstellungsarbeiten vorzunehmen.

Die Sprecherin warf der Stadt deswegen vor, nicht zu partizipativen Prozessen bereit zu sein. Sie forderte eine formbare Stadt, in der Kreativität und Engagement Platz hätten. Sie wollten gestalten und nicht geplant werden.

Die Familie Eichwäldli und ihre Sympathisantinnen und Sympathisanten können auch auf politische Unterstützung zählen. SP und Grüne haben im Stadtparlament eine dringliche Interpellation zur Zukunft der Soldatenstube eingereicht. Sie fordern eine kostengünstige Instandstellung, damit das Gebäude noch eine gewisse Zeit bewohnt und eine Lösung gefunden werden könne. Das Parlament wird dazu am Donnerstag Stellung beziehen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Novartis wächst auch im Q3 und kündigt Sandoz-Überprüfung an
Wirtschaft

Novartis wächst auch im Q3 und kündigt Sandoz-Überprüfung an

Der Pharmakonzern Novartis kehrt Schritt für Schritt zur alten Stärke zurück. Nach einem bereits guten zweiten Quartal sind Umsatz und Gewinn auch im dritten Jahresviertel weiter gestiegen. Den Ausblick für das Gesamtjahr hat der Konzern bestätigt.

Im Kanton Zug sollen Sozialdetektive auf die Pirsch gehen können
Regional

Im Kanton Zug sollen Sozialdetektive auf die Pirsch gehen können

Bei Verdacht auf Sozialhilfemissbrauch sollen die Behörden im Kanton Zug Personen beschatten lassen können. Der Regierungsrat hat die gesetzliche Grundlage vorgelegt für den Einsatz von Sozialdetektiven, wie er am Dienstag mitteilte.

Wildnispark Zürich soll mehr Geld bekommen
Schweiz

Wildnispark Zürich soll mehr Geld bekommen

Der Wildnispark Zürich soll einen höheren Betriebsbeitrag und ein Darlehen über 18 Millionen Franken erhalten. Damit soll die Stiftung nachhaltig finanziert und der Wert der städtischen Liegenschaften auf dem Gelände langfristig gesichert werden.

Ab 2022 gilt eine Fangquote von fünf Forellen im Lungerersee
Regional

Ab 2022 gilt eine Fangquote von fünf Forellen im Lungerersee

Petrijünger dürfen ab 2022 pro Tag nur noch maximal fünf Forellen aus dem Lungerersee ziehen. Zudem müssen sie den national anerkannten Sachkunde-Nachweis (SaNa) vorlegen können, um im See zu fischen. Der Obwaldner Regierungsrat hat die Regeln entsprechend verschärft.