70 Prozent der Industriefirmen von Cyberattacken betroffen


News Redaktion
Wirtschaft / 23.06.22 11:44

Internetangriffe auf Schweizer Firmen kommen häufig vor. In den letzten zwei Jahren sind 70 Prozent der Unternehmen aus der Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie (MEM) Ziel von mindestens einer Cyberattacke geworden.

Industriefirmen werden oft von Cyberkriminellen angegriffen (Symbolbild). (FOTO: KEYSTONE/DPA/LINO MIRGELER)
Industriefirmen werden oft von Cyberkriminellen angegriffen (Symbolbild). (FOTO: KEYSTONE/DPA/LINO MIRGELER)

Dies geht aus einer Umfrage des Branchenverbandes Swissmem in Zusammenarbeit mit der Universität Bern unter 1200 Swissmem-Mitgliedfirmen hervor, von denen 271 geantwortet haben. Einzelne Firmen seien mehr als 20 Mal angegriffen worden, schrieb Swissmem in einem Communiqué vom Donnerstag.

Bei jedem sechsten Unternehmen (15,8 Prozent) habe der Angriff zu spürbaren betrieblichen Einschränkungen geführt. Dagegen hatten die Attacken für die allermeisten Firmen keine Folgen (13,7 Prozent) oder sie konnten kurzfristig behoben werden (68,4 Prozent).

Dies sei den Präventionsmassnahmen zu verdanken, die in fast allen Betrieben umgesetzt worden seien. "Mitgliederfirmen wissen, dass illegale Angriffe schwerwiegende Folgen haben können", schrieb Swissmem. Das gelte für Grossfirmen und KMU. Im Durchschnitt hätten sie 25 Schutz- und Interventionsmassnahmen im Einsatz.

Vor allem Attacken aus dem Bereich Cyberkriminalität könnten schwerwiegende und kostspielige Folgen haben. Bei fast einem Fünftel (18,2 Prozent) der antwortenden Unternehmen verursachten die Angriffe einen Schaden zwischen 100'000 und 1 Million Franken. "Je nach Unternehmen kann das existenzbedrohend sein", schrieb Swissmem.

Mit 50 Prozent war CEO-Betrug die häufigste Angriffsart. Dabei versuchen Kriminelle unter Verwendung einer falschen Identität Geldüberweisungen zu erwirken. Von Phishing-Attacken berichteten 43 Prozent der Befragten. Ziel dieser Angriffe ist es, Zugang zu den ICT-Systemen zu erhalten, um illegal an wertvolle Daten zu gelangen, wie der Branchenverband schrieb.

Jedes fünfte Swissmem-Mitglied (20,7 Prozent) wurde Opfer von Schadsoftware wie Viren, Würmern und Trojanern sowie von Hackerangriffen. Social Engineering betraf jedes sechste Unternehmen (16,2 Prozent). Hier werden Mitarbeitende gezielt ausspioniert, um an vertrauliche Informationen zu gelangen.

Die Mehrheit der angegriffenen Firmen (58,3 Prozent) glaubt, dass sie zufällig als eines von vielen Unternehmen tangiert wurde. Über ein Fünftel der betroffenen Firmen (21,4 Prozent) geht hingegen davon aus, dass sie gezielt angegriffen wurden.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Andy Murray erstmals am Laver Cup dabei
Sport

Andy Murray erstmals am Laver Cup dabei

Andy Murray nimmt vom 23. bis 25. September in London erstmals am Laver Cup teil.

Israels Parlament macht Weg für Neuwahl frei
International

Israels Parlament macht Weg für Neuwahl frei

Israels Parlament hat nach einiger Verzögerung am Donnerstag für seine Auflösung gestimmt und damit den Weg für eine Neuwahl freigemacht. Die Parlamentswahl findet am 1. November statt. Es ist die fünfte innerhalb von dreieinhalb Jahren.

Luzerner Regierungsrat will mehr Lohn für sich und die Verwaltung
Regional

Luzerner Regierungsrat will mehr Lohn für sich und die Verwaltung

Der Luzerner Regierungsrat soll mehr Lohn erhalten. Er hat eine Revision des Lohnsystems der kantonalen Verwaltung in die Vernehmlassung geschickt, die auch bei Kantonsangestellten höhere Löhne ermöglicht, die Entwicklung aber stärker von deren Leistung abhängig macht.

EU-Kommission hält Polens Änderungen am Justizsystem für unzureichend
International

EU-Kommission hält Polens Änderungen am Justizsystem für unzureichend

Die EU-Kommission hält die jüngsten Änderungen am polnischen Justizsystem für unzureichend, um Zweifel an der Einhaltung rechtsstaatlicher Standards auszuräumen. Die Auszahlung von Mitteln aus dem milliardenschweren EU-Topf zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise dürfte sich damit weiter verzögern.