Abstimmen mit Hund und am Briefkasten: Was Zürich 2020 beschäftigte


Roman Spirig
Regional / 30.06.21 14:00

Der Zürcher Gemeinderat hat den Geschäftsbericht 2020 am Mittwoch mit 92 zu 15 Stimmen genehmigt. Zu reden gab unter anderem ein Briefkasten am Stadthaus.

Abstimmen mit Hund und am Briefkasten: Was Zürich 2020 beschäftigte (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)
Abstimmen mit Hund und am Briefkasten: Was Zürich 2020 beschäftigte (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)

Der Geschäftsbericht 2020 der Stadt Zürich, der in einer Auflage von 67 Exemplaren auf 100 Prozent Altpapier ohne optische Aufheller gedruckt wurde, umfasst 430 Seiten.

Er gilt als wichtiges Kontrollinstrument über die Aktivitäten der Stadt. Er informiert dabei aber nicht nur über alle wichtigen Aspekte - er gibt auch Einblick in überraschende Details.

Bezüglich Wahlen und Abstimmungen wird darin etwa festgehalten, dass in den Stimmlokalen eine kundenorientierte Unterstützung geboten werde. So sei beispielsweise auch einmal der Hund eines Abstimmenden gehütet worden - der Vierbeiner hatte sich anders als sein Herrchen nicht bis zu den Urnen vor getraut.

Und über den Briefkasten am Stadthaus wurde in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Gemeinderates intensiv diskutiert, wie diese in ihrem Antrag festhielt. Der Briefkasten war in den Vorjahren kaum benutzt worden, er war bislang kein Thema.

Doch im Coronajahr 2020 wurde er zur brieflichen Stimmabgabe rege genutzt. Unglücklicherweise hat der Briefkasten jedoch ein sehr beschränktes Fassungsvermögen und lässt sich aus Gründen des Denkmalschutzes nicht einfach erweitern, schreibt die GPK in ihrem Antrag. Städtische Mitarbeitende hätten den Briefkasten an den Abstimmungswochenenden deshalb regelmässig leeren müssen.

Der Geschäftsbericht 2020 wurde am Mittwochnachmittag innert einer halben Stunde zur Kenntnis genommen und genehmigt.

Einzig die SVP sprach sich gegen eine Genehmigung aus. Seine Partei habe bereits die Jahresrechnung abgelehnt, da liege es auf der Hand, auch den Geschäftsbericht abzulehnen, sagte Bernhard im Oberdorf.

Der SVP-Gemeinderat störte sich unter anderem daran, dass der Stadtrat nach zwei heissen Sommern im Geschäftsbericht die Hitzedämmung zum Thema mache. Dabei habe dieser mit der Verpflästerung des Sechseläutenplatzes selber das Gegenteil gemacht.

Bei den übrigen Parteien stiess diese Ablehnung auf Unverständnis: Die wichtigste Aussage des Geschäftsberichtes laute doch, dass die Stadt Zürich selbst in einem Corona-Jahr funktioniere, meinte etwa Marcel Tobler (SP).

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Entschädigungsforderungen aus Afghanistan nach US-Eingeständnis
International

Entschädigungsforderungen aus Afghanistan nach US-Eingeständnis

Der Tod von Zivilisten und Kindern bei einem US-Luftangriff in Kabul Ende August hat trotz einer Entschuldigung des US-Militärs in Afghanistan Wut und Entschädigungsforderungen ausgelöst.

Daniela Ryf:
Sport

Daniela Ryf: "Abstand gewinnen für einen Neustart"

In St. George schliesst Daniela Ryf als Rekord-Weltmeisterin über die halbe Ironman-Distanz (5 Titel) eine 70.3-Ironman-WM mit dem 11. Rang erstmals ausserhalb der Top Ten ab.

Rooneys Klub Derby County muss Insolvenz anmelden
Sport

Rooneys Klub Derby County muss Insolvenz anmelden

Der frühere englische Meister Derby County muss Insolvenz anmelden. Man habe für den Zweitligisten und alle Tochtergesellschaften die entsprechenden Schritte eingeleitet, teilte der Klubvorstand mit.

Eine Bühne für Experimentierlust und Begegnungen
Schweiz

Eine Bühne für Experimentierlust und Begegnungen

Vor 50 Jahren gründete der verstorbene Clown Dimitri das gleichnamige Teatro im Tessiner Verscio. Sein Geist solle erhalten bleiben, ohne dass das Theater zu einem Monument verkommt, erklärt sein Sohn und Nachfolger David Dimitri.