Afghanischer Bildungsaktivist von Taliban verhaftet


News Redaktion
International / 28.03.23 16:30

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein bekannter Aktivist für Mädchenbildung von den Taliban verhaftet worden. Das teilte die UN-Mission in Afghanistan (Unama) am Dienstag auf Twitter mit.

ARCHIV - Ein Klassenzimmer, das früher von Mädchen genutzt wurde, steht leer. Mädchen und Frauen in Afghanistan dürfen nach Einschätzung eines Experten der EU auch im neuen Schuljahr nicht an die Schulen und Universitäten des Landes zurückehren. Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Ebrahim Noroozi)
ARCHIV - Ein Klassenzimmer, das früher von Mädchen genutzt wurde, steht leer. Mädchen und Frauen in Afghanistan dürfen nach Einschätzung eines Experten der EU auch im neuen Schuljahr nicht an die Schulen und Universitäten des Landes zurückehren. Foto: Ebrahim Noroozi/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Ebrahim Noroozi)

Sie rief gleichzeitig die regierenden islamistischen Taliban dazu auf, Informationen zu dem Verbleib von Matiullah Wesa zu teilen. Als Vorsitzender der Organisation PenPath setzte sich Wesa seit 2009 für die Bildung von Mädchen und Jungen besonders in abgelegenen Teilen seines Landes ein. Der 30-jährige Aktivist aus dem südafghanischen Kandahar hatte die Taliban zuletzt auch immer wieder offen aufgefordert, weiterführende Schulen für Mädchen wieder zu öffnen.

Die Taliban begründeten die Verhaftung Wesas am Dienstag mit "verdächtigen Aktivitäten". Die Regierung habe das Recht auf eine Erklärung, so Abdul Haq Hammad vom Taliban-geführten Ministerium für Information und Kultur auf Twitter.

Warum es ausgerechnet jetzt zu der Verhaftung kam, ist dennoch unklar. Wesas Arbeit war seit Jahren in der Öffentlichkeit bekannt. Er berichtete über seine Aktivitäten und die seiner Organisation regelmässig in sozialen Medien.

Die Taliban haben im August 2021 mit dem Abzug der internationalen Truppen die Macht in Afghanistan übernommen. Anfangs hatten sie versprochen, moderater zu regieren, zuletzt wurde ihre Herrschaft autoritärer und dogmatischer. Sie zeigen sich gegenüber allen Formen der Opposition äussert repressiv.

Die Islamisten stehen international vor allem für ihre Beschneidung von Frauenrechten in der Kritik. Mädchen können nur mehr bis zur 6. Klasse die Schule besuchen, Universitäten sind für sie mittlerweile tabu. Auch eine Vielzahl von Berufen steht Frauen nicht mehr offen. Zuletzt mehrten sich Berichte, Mädchen zunehmend in geheimen Schulen unterrichtet werden.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Umfrage sieht SPD und AfD in Deutschland gleichauf bei 18 Prozent
International

Umfrage sieht SPD und AfD in Deutschland gleichauf bei 18 Prozent

Die rechtspopulistische AfD hat in Deutschland einer neuen Umfrage zufolge mit der SPD gleichgezogen und ist zusammen mit den Sozialdemokraten damit zweitstärkste politische Kraft im Land.

Tanner Richard verlängert bis 2028 mit Servette
Sport

Tanner Richard verlängert bis 2028 mit Servette

Genève-Servette verlängert den Vertrag mit dem Schweizer Internationalen Tanner Richard vorzeitig um vier Jahre. Sein Kontrakt mit dem Schweizer Meister läuft damit bis zum Ende der Saison 2027/28.

Neuer Anstieg des Referenzzinssatzes im Winter oder 2024
Schweiz

Neuer Anstieg des Referenzzinssatzes im Winter oder 2024

Das Bundesamt für Wohnungswesen rechnet im Winter oder 2024 mit einem weiteren Anstieg des Referenzzinssatzes um 0,25 Prozentpunkte. Das berechtigt die Vermieter zu einer Mieterhöhung um drei Prozent, so dass sich das Wohnen innert eines Jahres um 6 Prozent verteuert.

Nationalrat stellt sich gegen
Schweiz

Nationalrat stellt sich gegen "Lex Ukraine"

Der Nationalrat will keine "Lex Ukraine". Er hat sich am Donnerstag gegen eine Ausnahmereglung ausgesprochen, die Drittstaaten die Weitergabe von Waffen aus Schweizer Produktion an das Land erlaubt hätte.