Afrikanische Meeresforscher wegen Corona in Norwegen gestrandet


News Redaktion
International / 10.07.20 10:36

Die Corona-Pandemie hat afrikanischen Meereswissenschaftlern eine kleine Odyssee auf dem Atlantik beschert.

HANDOUT - Das Forschungsschiff vor der Küste Mosambiks. Foto: Bjorn Serigstad/Institute of Marine Research /dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Institute of Marine Research/Bjorn Serigstad)
HANDOUT - Das Forschungsschiff vor der Küste Mosambiks. Foto: Bjorn Serigstad/Institute of Marine Research /dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Institute of Marine Research/Bjorn Serigstad)

Forscher aus Senegal, Mauretanien und Gambia sowie Spanien und Norwegen befanden sich Ende Februar auf einem Forschungsschiff vor der Westküste Afrikas, als sich das Coronavirus auf der Welt ausbreitete. Wir merkten plötzlich, dass überall die Länder ihre Grenzen dicht machten, sagte Merete Tandstad, die Koordinatorin des Forschungsprogramms.

Weil die sieben afrikanischen Forscher nicht in ihre Heimatländer zurückkehren konnten, verbrachten sie demnach mehrere Monate in einem Gastland - im kalten Norwegen.

Die Wissenschaftler erforschten auf einem norwegischen Schiff die Verbreitung von Fischen, Garnelen und anderen Meerestieren, wie Tandstad von der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) erklärte. Die Forschungsreise wurde von der FAO und dem norwegischen Institute of Marine Research (IMR) geleitet.

Wegen der Pandemie wurde die Mission aber abgebrochen, und das Schiff musste den nächstgelegenen Hafen ansteuern: Agadir in Marokko. Dort konnten laut Tandstad aber nur die marokkanischen Forscher von Bord gehen - die anderen durften wegen der Grenzschliessungen das Land nicht betreten. Dann wurde uns klar: Bergen ist die einzige Option, die uns übrig bleibt.

Bergen ist die Heimat des Forschungsschiffs und des IMR. Nach einem Halt in Spanien, wo die spanischen Wissenschaftler von Bord gingen, erreichte das Schiff Norwegen. Dort mussten die afrikanischen Forscher auf eine Öffnung ihrer Länder warten.

Unser Aufenthalt in Bergen wurde immer länger und länger, sagte der Senegalese Magatte Niang, einer der Wissenschaftler. Die Forscher waren nicht auf die kalten Temperaturen vorbereitet und wurden von Kollegen beim IMR mit Winterkleidung ausgestattet, wie Tandstad sagte.

Ich gewöhnte mich langsam an den Rhythmus des Lebens in Bergen mit Schnee, Regen und Sonnenschein am selben Tag, sagte der 35-jährige Niang. Nach rund drei Monaten konnten er und seine Kollegen endlich nach Hause reisen. Als Niang in seiner Heimat Senegal ankam, waren es Freude und unermessliches Glück, die in meinem Haus herrschten.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Stadt Zürich: Kulturabteilung neu unter Co-Leitung
Regional

Stadt Zürich: Kulturabteilung neu unter Co-Leitung

Die Kulturabteilung der Stadt Zürich wird ab August 2021 neu von zwei Frauen geleitet: Der Stadtrat hat Rebekka Fässler und Murielle Perritaz zu den neuen Kulturdirektorinnen ernannt.

Umfahrung Cham-Hünenberg kann realisiert werden
Regional

Umfahrung Cham-Hünenberg kann realisiert werden

Der Kanton Zug kann die Umfahrungsstrasse Cham-Hünenberg (UCH) realisieren. Das Bundesgericht habe die Rechtmässigkeit der Baubewilligung bestätigt und die letzte noch verbliebene Beschwerde abgewiesen, teilte die Baudirektion am Mittwoch mit.

Trump zieht aus dem weissen Haus aus: Wir werden in irgendeiner Form zurückkehren
International

Trump zieht aus dem weissen Haus aus: Wir werden in irgendeiner Form zurückkehren

Der scheidende US-Präsident Donald Trump hat zum Abschied aus dem Amt klar gemacht, dass er nicht von der Bildfläche verschwinden will. "Wir werden in irgendeiner Form zurückkehren", sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Abschiedszeremonie auf dem Militärflugplatz Andrews im Bundesstaat Maryland nahe Washington. Konkreter wurde er nicht. Trump hat sich bislang nicht zu s

Bündner Regierung erlaubt Skibetrieb bis Ende Februar
Schweiz

Bündner Regierung erlaubt Skibetrieb bis Ende Februar

Der Regierungsrat des Kantons Graubünden hat den Weiterbetrieb der Skigebiete bis Ende Februar bewilligt. Die Voraussetzungen bezüglich Schutz vor dem Coronavirus sind seiner Ansicht nach gegeben. Die Massentest-Strategie des Kantons unterstütze den Entscheid.