Aktien von Schmolz+Bickenbach finden keinen Boden


Roman Spirig
Wirtschaft / 17.09.19 10:08

Die Aktien des Luzerner Stahlherstellers Schmolz+Bickenbach haben am Dienstag auch auf tiefem Niveau vorerst keinen Halt gefunden. Einer schlechten Nachricht folgt die nächste.

Aktien von Schmolz+Bickenbach finden keinen Boden (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Aktien von Schmolz+Bickenbach finden keinen Boden (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Nach der Gewinnwarnung von vergangener Woche - bereits die zweite im laufenden Jahr - äussern sich die Experten noch einmal kritischer zum Unternehmen. Eine Ratingagentur sieht das Unternehmen gar in existenzieller Gefahr.

Vor der Gewinnwarnung im Juli notierten die Titel noch bei über 46 Rappen, dieser Wert hat sich mittlerweile in etwa halbiert. Im vergangenen Januar wurde noch ein Jahreshoch bei 62 Rappen markiert und vor etwa einem Jahr noch mehr als 82 Rappen. Nach unten geht es mit Schmolz+Bickenbach aber schon seit dem zweiten Quartal 2017.

Nachdem die Aktien bereits am Montag bei gutem Handelsvolumen deutlich nachgegeben hatte, fiel der Kurs am Dienstagvormittag erneut um knapp vier Prozent auf 21 Rappen, während der Gesamtmarkt zu dem Zeitpunkt leicht im Plus war.

Der Stahlproduzent hatte am vergangenen Mittwoch die Prognose für den Betriebsgewinn im Gesamtjahr deutlich gesenkt. Der bereinigte EBITDA wird neu zwischen 70 und 100 Millionen Euro erwartet. Vor den beiden Gewinnwarnungen hatte die Prognose noch bei 190 bis 230 Millionen gelegen. Die Stahlnachfrage habe sich im dritten Quartal aufgrund der zahlreichen politischen Unsicherheiten und Handelskonflikte noch einmal abgeschwächt, hiess es beim Unternehmen.

Die Ratingagentur Standard & Poors (S&P) hat inzwischen das Kreditrating auf "B-" von zuvor "B" gesenkt. Trotz der Ratingsenkung wird der Ausblick auf "Creditwatch mit negativen Implikationen" gesetzt. Die Ratingagentur sieht den Stahlproduzenten wegen der hohen Schuldenlast in arger finanzieller Bedrängnis.

Sollten sich die Automobil- und die Maschinenindustrie 2020 nicht deutlich erholen - und dies sei nicht das Basisszenario -, sei die Kapitalstruktur nicht mehr nachhaltig, so S&P. Und wenn das Unternehmen in den kommenden Wochen von den Eigentümern oder von den wichtigsten Banken keine Unterstützung erhalte, sei eine weitere Abstufung des Ratings wahrscheinlich.

Die UBS hat gleichzeitig ihre Empfehlung "Buy" für den Titel gestrichen. Die Bank sieht die schlechten Nachrichten mittlerweile zwar eingepreist, sie reduziert aber das Kursziel auf 26 von zuvor 65 Rappen massiv und führt den Titel lediglich noch mit "Neutral". Die vom Stahlproduzenten dringend benötigte Normalisierung der Endmärkte sei ausgeblieben, hiess es dazu bei der UBS.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Tiktok als
International

Tiktok als "Bedrohung: Trump will mit Verfügung Verkauf forcieren

US-Präsident Donald Trump verbietet US-Bürgern, Geschäfte mit den Eigentürmern der populären chinesischen Video-App Tiktok zu machen. Mit der Verfügung, die in 45 Tagen greifen soll, verleiht Trump seiner Drohung Nachdruck, den Verkauf der chinesischen App an ein amerikanisches Unternehmen zu erzwingen. Trump sieht in der App eine "Bedrohung" der nationalen Sicherheit. Die App sammle gewaltige Mengen an Daten ihrer Nutzer und könne es der kommunistischen Partei China ermöglichen, Amerikaner auszuspionieren, erklärte er am Donnerstagabend (Ortszeit).

Shopping oben ohne. Keine zusätzliche Maskenpflicht in der Ostschweiz geplant
Regional

Shopping oben ohne. Keine zusätzliche Maskenpflicht in der Ostschweiz geplant

Die Gesundheitsdirektoren der Ostschweizer Kantone haben beschlossen, dass koordinierte zusätzliche Massnahmen wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht notwendig sind. Grund sind die auf einem relativ tiefen Niveau stabilen Coronavirus-Fallzahlen in den Ostschweizer Kantonen und dem Kanton Zürich.

Ford-Chef Hackett tritt überraschend zurück
Wirtschaft

Ford-Chef Hackett tritt überraschend zurück

Der kriselnde US-Autoriese Ford stellt seine Konzernspitze bereits zum zweiten Mal in gut drei Jahren neu auf. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass der erst seit Mai 2017 amtierende Chef Jim Hackett (65) zurücktritt.

Im Baltikum kommt Tod durch Ertrinken am häufigsten vor
International

Im Baltikum kommt Tod durch Ertrinken am häufigsten vor

Tod durch Ertrinken ist in der Schweiz im europaweiten Vergleich selten; 2017 gab es 0,5 Todesfälle auf 100'000 Einwohner. In Lettland ist man offenbar am stärksten gefährdet, im Wasser zu sterben: 5,6 Todesfälle auf 100'000 Einwohner wurden gezählt.