Aktivisten rufen zu neuen Protesten im Iran auf


News Redaktion
International / 03.12.22 13:12

Aktivisten im Iran haben zu neuen landesweiten Protesten aufgerufen. Die Streiks und Proteste sollen von Montag bis Mittwoch dauern, hiess es auf zahlreichen Mitteilungen im Internet. Weite Gesellschaftsteile wurden zur Teilnahme aufgefordert.

ARCHIV - Proteste in Teheran (Archivbild). Foto: Uncredited/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Uncredited)
ARCHIV - Proteste in Teheran (Archivbild). Foto: Uncredited/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Uncredited)

Beim Nachrichtenkanal Telegram kursierten Aufrufe, gezielt paramilitärische Einheiten auf Motorrädern anzugreifen, die massgeblich an der Unterdrückung von Protesten beteiligt sind. Bereits in den vergangenen Wochen hatten Protestteilnehmer etwa Öl auf Strassen gekippt oder Sperren errichtet, um das Vorrücken der Sicherheitskräfte zu erschweren.

Durch massive Gewalt von Polizei und Sicherheitskräften sind friedliche Proteste im Iran enorm eingeschränkt. Demonstrantinnen und Demonstranten setzen daher vermehrt auf die Organisation spontaner Versammlungen, um ihren Unmut gegen die Islamische Republik auszudrücken. Auch Internetsperren erschweren die Organisation.

Rund 470 Demonstranten wurden seit Beginn der Proteste nach Einschätzung von Menschenrechtlern bereits getötet. Auslöser der systemkritischen Aufstände war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Die junge Frau starb im Polizeigewahrsam, nachdem sie von den Sittenwächtern wegen Verstosses gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verhaftet worden war.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Twitter macht kostenlosen Zugang zu Schnittstellen dicht
Wirtschaft

Twitter macht kostenlosen Zugang zu Schnittstellen dicht

Gratisdiensten, die für ihre Funktionen auf Twitter zurückgreifen, droht der Verlust ihrer Existenzgrundlage. Der Online-Dienst will vom 9. Februar an nur noch einen kostenpflichtigen Zugang zu seinen Schnittstellen anbieten.

Chefwechsel bei Mobilezone per Mitte 2024
Wirtschaft

Chefwechsel bei Mobilezone per Mitte 2024

Der Handyanbieter Mobilezone wird ab Sommer 2024 neu von zwei Chefs geführt. Noch-CEO Markus Bernhard tritt per Ende Juni 2024 zurück. Für ihn übernehmen Schweiz-Chef Roger Wassmer und Deutschland-Chef Wilke Stroman.

Hälfte der Benin-Objekte in Schweizer Museen mit heikler Herkunft
Schweiz

Hälfte der Benin-Objekte in Schweizer Museen mit heikler Herkunft

Die Schweizer Museen besitzen rund 100 Objekte, die aus dem ehemaligen Königreich Benin im heutigen Nigeria stammen: Die Hälfte davon lässt sich mit dem Raubzug der britischen Kolonialarmee im Jahr 1897 in Verbindung bringen, wie eine Untersuchung zeigt.

Iscos Wechsel zu Union Berlin gescheitert
Sport

Iscos Wechsel zu Union Berlin gescheitert

Der angekündigte Transfer des spanischen Ex-Internationalen und langjährigen Real-Madrid-Spielers Isco zu Union Berlin kommt nicht zustande.