Alte Landkarten: Zürcher Zentralbibliothek setzt auf Laien-Forscher


News Redaktion
Schweiz / 10.06.21 11:15

Die Zürcher Zentralbibliothek (ZB) will mit Hilfe der Öffentlichkeit mehr als 2500 digitalisierte alte Zürcher und Schweizer Landkarten verorten. Fachwissen dazu ist nicht erforderlich und die ZB verspricht eine interessante Zeitreise durch vier Jahrhunderte.

Diese Karte der Schweiz stammt von 1540. Sie ist für heutige Betrachtende ungewohnt nach Westen orientiert. (FOTO: Zentralbibliothek)
Diese Karte der Schweiz stammt von 1540. Sie ist für heutige Betrachtende ungewohnt nach Westen orientiert. (FOTO: Zentralbibliothek)

Die geographische Verortung einer Karte auf der Webplattform Georeferencer sei intuitiv, leicht und in wenigen Schritten gemacht, teilte die ZB am Donnerstag mit. Das Projekt ist Teil einer Citizen Science Kampagne.

Die Citizens, die mitmachen wollen, wählen die Karte aus, die sie interessiert. Dann vergleichen sie die alte mit der aktuellen Karte im Internet und markieren Punkte, die sie auf beiden Karten identifizieren können, also beispielsweise Gebäudeecken, Einmündungen von Bächen und Flüssen oder Kreuzungen von Strassen.

Je mehr Markierungen gesetzt werden, desto exakter wird die alte auf die aktuelle Karte eingepasst und entzerrt, wie es in der Mitteilung heisst. Gerade die alten Karten sind erheblich verzerrt, da die Vermessung der Erdoberfläche im 16. und 17. Jahrhundert noch eine enorme Herausforderung war.

Indem interessierte Bürgerinnen und Bürger an der Erforschung des Materials mitarbeiten gewinnen sie nicht nur einen Eindruck, wie sich Karten visuell über die Jahrhunderte entwickelt haben, sondern auch vom Wandel der Umwelt, in der sie heute leben, wie die ZB schreibt.

Insgesamt umfasst die Abteilung Karten und Panoramen der ZB einen Bestand von rund 330000 Karten. Für das Citizen Science Projekt Durch Raum und Zeit wurden daraus rund 1900 Zürcher und 650 Schweizer Karten aus der Zeit von 16. bis 19. Jahrhundert ausgewählt.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schon wieder zu heiss: Limmatschiffe stellen den Betrieb ein
Regional

Schon wieder zu heiss: Limmatschiffe stellen den Betrieb ein

Wie immer, wenn die Temperaturen ein sommerliches Niveau erreichen, ist es auch in diesem Jahr in den Limmatschiffen bereits zu heiss geworden. Der Betrieb wird deshalb ab sofort bis auf Weiteres eingestellt, wie die SBB am Mittwoch mitteilten.

Erster verbreiteter Hitzetag des Jahres in der Schweiz
Schweiz

Erster verbreiteter Hitzetag des Jahres in der Schweiz

In der Schweiz ist am Mittwoch in diversen Städten der erste offizielle Hitzetag des Jahres verzeichnet worden. So wurden etwa in Genf 31,6 Grad Celsius gemessen.

Berichte: Impfpflicht für Beschäftigte in englischen Pflegeheimen
International

Berichte: Impfpflicht für Beschäftigte in englischen Pflegeheimen

Für Beschäftigte in englischen Pflegeheimen soll es Berichten zufolge bald eine Corona-Impfpflicht geben.

Kommission will an Reussportbrücke und Busspur in Luzern festhalten
Regional

Kommission will an Reussportbrücke und Busspur in Luzern festhalten

Auch nach dem Abbruch des Umfahrungsprojekts Spange Nord in der Stadt Luzern sollen die Reussportbrücke und der Autobahnanschluss Lochhof weiterverfolgt werden. Das fordert die Kommission Verkehr und Bau (VBK) des Luzerner Kantonsrats von der Regierung.