Frostnächte setzen Obstkulturen zu - Rekordkälte auf Jungfraujoch


News Redaktion
Schweiz / 07.04.21 07:48

Die Kaltfront, die derzeit die Schweiz überquert, hat für einen April-Temperaturrekord auf dem Jungfraujoch gesorgt. Am Mittwochmorgen wurden dort -26,3 Grad gemessen. Auch im Flachland war es eisig. Das setzt den Obstkulturen zu.

Schnee liegt auf blühenden Kirschbäumen in Ramlinsburg. Der Kälteeinbruch im Flachland setzt den aufblühenden Obstkulturen zu. (KEYSTONE/Georgios Kefalas) Geo-Information: Schweiz/Ramlinsburg Quelle: KEYSTONE Fotograf: GEORGIOS KEFALAS (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)
Schnee liegt auf blühenden Kirschbäumen in Ramlinsburg. Der Kälteeinbruch im Flachland setzt den aufblühenden Obstkulturen zu. (KEYSTONE/Georgios Kefalas) Geo-Information: Schweiz/Ramlinsburg Quelle: KEYSTONE Fotograf: GEORGIOS KEFALAS (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Laut dem Wetterdienst Meteonews wurden im April auf dem Jungfraujoch noch nie tiefere Temperaturen verzeichnet. Gemessen wird dort seit 1961. Auch auf dem Corvatsch GR, dem Titlis OW, dem Diablerets-Gletscher VD oder dem Gornergrat VS war es zum Teil deutlich kälter als minus 20 Grad.

Auch im Flachland war es verbreitet eisig. Mühleberg BE meldete laut Meteoschweiz eine Tiefsttemperatur von minus 4,3 Grad, St. Gallen minus 4,2 Grad. Salen-Reutenen TG minus 4,1 Grad, Bière VD minus 4 Grad und Grono GR minus 3,9 Grad. Auch in Bern war es mit minus 2,4 Grad frostig.

Vor allem für die Obstproduzenten ist die aktuelle Kältewelle eine Herausforderung. Die Situation sei angespannt, erklärte Beatrice Rüttimann, Mediensprecherin des Schweizer Obstverbandes Swissfruit, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Es seien noch weitere Frostnächte angekündigt. Vor allem die Nächte bis Freitag dürften laut Rüttimann mit Tiefsttemperaturen von bis zu minus 8 Grad kritisch werden. Um allfällige Schäden zu beziffern, sei es jedoch noch viel zu früh.

Die Produzenten würden alles unternehmen, um die Schäden möglichst gering zu halten. So würden sie namentlich die Foliendächer über ihren Kulturen schliessen. Dies sei allerdings aufgrund des Schneedrucks und des Windes heikel. Auch mit Frostkerzen werde gearbeitet.

Die derzeitige Kältewelle ist laut Rüttimann allerdings nicht aussergewöhnlich. In vier der letzten fünf Jahre habe es im April Frost gegeben. Im Vorjahr etwa sei die Lage kritischer gewesen, weil die Vegetation damals schon weiter fortgeschritten gewesen sei.

Bei den Steinfrüchten wie Zwetschgen, Kirschen und Aprikosen ist die Vegetation derzeit am weitesten gediehen. Bei Temperaturen unter minus 7 Grad könnten allerdings auch Apfelkulturen leiden, auch wenn sie noch nicht blühten.

Unbesorgt geben sich die Gemüseproduzenten. Die frisch angepflanzten Kulturen würden in dieser Jahreszeit in der Regel mit Fliessen geschützt. Daher sollten wegen des Temperatursturzes keine grossen Schäden entstehen, teilte der Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) auf Anfrage mit.

(sda)


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