Asiatische Tigermücke erstmals im Wallis nachgewiesen


Roman Spirig
Schweiz / 16.10.19 10:28

Nach dem Tessin, Graubünden, Basel, Zürich, Schaffhausen und Genf ist die Tigermücke erstmals auch im Wallis gefunden worden. Wissenschaftler haben die Existenz des aus Ostasien stammenden Insektes in Monthey bestätigt.

Asiatische Tigermücke erstmals im Wallis nachgewiesen (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)
Asiatische Tigermücke erstmals im Wallis nachgewiesen (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)

Als Sofortmassnahme wurden die Kontrollen von Orten verstärkt, an denen Larven auftreten könnten, wie die Walliser Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Ausserdem wurden Fallen aufgestellt und gezielte Aktionen zur Vernichtung von allfälligen Populationen durchgeführt.

Studien aus anderen betroffenen Gebieten hätten gezeigt, dass die Ausbreitung der asiatischen Tigermücke nur durch Massnahmen direkt an den Eiablageorten gestoppt werden könnten, schreibt die Staatskanzlei. Die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, die Bildung kleiner Wasseransammlungen und kleiner stehender Wasserstellen so weit wie möglich zu verhindern und jeden Verdacht zu melden.

Das in Monthey im Unterwallis gefundene Exemplar lasse zum jetzigen Zeitpunkt nicht darauf schliessen, dass es sich um eine dauerhafte Ansiedlung dieser Art im Kanton handle, schreibt die Staatskanzlei weiter. Trotzdem müsse in naher Zukunft damit gerechnet werden.

Die Tigermücke breitet sich seit Jahren in Europa aus, indem sie den internationalen Waren- und Personenverkehr als Transportmittel nutzt. Sie ist potenzielle Überträgerin von tropischen Viruserkrankungen wie Dengue-, Zika- und Chikungunyafieber.

Damit die Mücken eine solche Krankheit übertragen, müssen sie zuvor aber eine infizierte Person gestochen haben. Eine lokale Krankheitsübertragung gab es in der Schweiz bisher nicht.

In der Schweiz trat die Tigermücke vermutlich 2003 im Tessin erstmals auf. Seither wurde sie auch in den Kantonen Graubünden, Basel, Zürich und kürzlich auch in Schaffhausen und Genf festgestellt. Auch im Süddeutschen Raum wurden sie schon nachgewiesen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Neuer SBB-Chef Vincent Ducrot:
Schweiz

Neuer SBB-Chef Vincent Ducrot: "Die Lage ist sehr ernst"

Der neue SBB-Chef Vincent Ducrot ist mit dem derzeitigen Zustand der Schweizerischen Bundesbahnen alles andere als glücklich. Die finanzielle Lage sei wegen des Coronavirus "ernst". Viele Passagiere seien zudem unzufrieden - und dies zu Recht, sagt der SBB-Chef.

Mehrere hundert Menschen demonstrieren gegen Rassismus
Schweiz

Mehrere hundert Menschen demonstrieren gegen Rassismus

In Schweizer Städten haben am Samstagnachmittag insgesamt mehrere hundert Menschen gegen Rassismus demonstriert. Die von den Behörden bewilligten Kundgebungen verliefen friedlich.

Minen-Unglück in Myanmar: Opferzahl steigt auf 166
Wirtschaft

Minen-Unglück in Myanmar: Opferzahl steigt auf 166

Nach einem Erdrutsch in einer Bergbauregion in Myanmar ist die Zahl der Toten auf mindestens 166 gestiegen. Das teilte die Feuerwehr auf Facebook mit.

International

"Jedermann" und "Elektra" aus Salzburg erstmals live im Kino

Die coronabedingte Begrenzung der Sitzplätze bei den Salzburger Festspielen führt zu einer Premiere.