Ausgewilderter Luzerner Luchs muss sich in Freiheit bewähren


Roman Spirig
Regional / 21.06.19 09:21

Im Kanton Luzern ist ein junger Luchs ausgewildert worden. Ob das Männchen, das Vorfahren im Jura hat, auf freier Wildbahn überlebt, ist offen.

Ausgewilderter Luzerner Luchs muss sich in Freiheit bewähren - Symbolbild Luchs (Foto: KEYSTONE / LAURENT GILLIERON)
Ausgewilderter Luzerner Luchs muss sich in Freiheit bewähren - Symbolbild Luchs (Foto: KEYSTONE / LAURENT GILLIERON)

Wie die kantonale Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) am Freitag mitteilte, ist der Jungluchs vor einigen Tagen südlich von Malters in die Freiheit entlassen worden. Das Tier war im Oktober 2018 mehrmals in Malters gesichtet worden und hatte sich schliesslich vor einem Waschkücheneingang versteckt. Dort war es von der Wildhut eingefangen worden.

Luchse seien streng geschützt, teilte die Dienststelle Lawa weiter mit. Die Fürsorge für das Jungtier gehöre deswegen zu ihren Pflichtaufgaben.

Der Luchs wurde im Tierpark Goldau untergebracht. Die Aufzucht eines in der Wildnis eingefangenen Tiers sei schwierig, teilte die Dienststelle Lawa mit. Sei sei in diesem Falle aber ohne Zwischenfälle verlaufen, so dass eine Wiederauswilderung möglich gewesen sei.

Der Jungluchs ist in einem Alter, in dem er auch unter normalen Umständen selbständig in der freien Wildbahn überleben müsste. Eine Wiederauswilderung berge aber verschiedene Gefahren, teilte die Dienststelle Lawa mit.

Dazu gehörten territoriale Konflikte mit anderen Luchsen, fehlender Jagderfolg oder der Strassen- und Schienenverkehr. Die Auswilderung könne aus ökologischer Sicht nur als einen Erfolg bezeichnet werden, wenn der Jungluchs in freier Wildbahn überlebe und sich fortpflanze.

Um zu wissen, wie der Jungluchs sich durch das Leben schlägt, wurde er mit einem Sender ausgestattet. Gemäss den Aufzeichnungen zeige er ein normales Aktivitätsmuster, teilte die Dienststelle mit. Er erkunde seinen neuen Lebensraum. Der Riss eines grösseren Säugetiers sei ihm aber offenbar noch nicht gelungen.

Wildtierbiologisch wäre eine erfolgreiche Auswilderung des Luchses besonders wertvoll. Das Tier weist nämlich genetische Spuren der Jura-Population auf. Eines der Eltern- oder Grosselterntiere stamme aus dem Jura, heisst es in der Mitteilung. Es sei das erste Mal, dass in der Luchs-Population der Alpen genetische Spuren eines Jura-Luchses festgestellt worden sei.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Wichtige Wendepunkte für einen ausreichenden Klimaschutz
International

Wichtige Wendepunkte für einen ausreichenden Klimaschutz

Auf jedem Produkt sollten Angaben zum CO2-Ausstoss stehen. Mehr Geld müsste in alternative Energien fliessen und Klimaschutz eine soziale Norm werden. Forscher zeigen Wege für einen echten Wandel beim Klimaschutz.

Zverev will bei Titelgewinn sein gesamtes Preisgeld spenden
Sport

Zverev will bei Titelgewinn sein gesamtes Preisgeld spenden

Auch am Australian Open in Melbourne geht die Sammelaktion der Tennisszene für die Opfer der verheerenden Buschbrände in Down Under eifrig weiter. Während die meisten Spieler pro geschlagenes Ass (oder Doppelfehler) einen Beitrag spenden, taten sich einige Exponenten der Szene am Dienstag besonders hervor.

Honorar-Affäre: St. Galler Anwalt tritt aus Universitätsrat zurück
Schweiz

Honorar-Affäre: St. Galler Anwalt tritt aus Universitätsrat zurück

Der St. Galler Anwalt Patrick Stach tritt per sofort aus dem Universitätsrat der Uni St. Gallen (HSG) zurück. Stach war in einem aufsichtsrechtlichen Verfahren mit 10'000 Franken gebüsst worden, weil er in einem Erbstreit eine krass überhöhte Honorarforderung gestellt hatte.

50. Ausgabe des WEF mit grosser Feier und Rede von Von der Leyen
International

50. Ausgabe des WEF mit grosser Feier und Rede von Von der Leyen

Ursula von der Leyen hat eine Rede zu den Feierlichkeiten zur 50. Ausgabe des WEF gehalten. Die neue EU-Kommissionspräsidentin lobte WEF-Gründer Klaus Schwab darin in den höchsten Tönen.