Ausschuss zu Kapitol-Attacke lädt Trump-Anwalt Giuliani vor


News Redaktion
International / 19.01.22 02:08

Der Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols vor gut einem Jahr will nun auch den Anwalt des damaligen Präsidenten Donald Trump befragen.

Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump stürmten am 6. Januar 2021 das Kapitol, da sie das Wahlergebnis nicht akzeptierten. Der Ausschuss, der den Angriff auf das Kapitol untersucht, hat nun auch Trumps Anwalt Rudolf Giuliani einbestellt. (FOTO: KEYSTONE/EPA/WILL OLIVER)
Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump stürmten am 6. Januar 2021 das Kapitol, da sie das Wahlergebnis nicht akzeptierten. Der Ausschuss, der den Angriff auf das Kapitol untersucht, hat nun auch Trumps Anwalt Rudolf Giuliani einbestellt. (FOTO: KEYSTONE/EPA/WILL OLIVER)

Neben Rudy Giuliani wurden zwei weitere Trump-Anwälte namens Jenna Ellis und Sidney Powell sowie Trump-Berater Boris Epshteyn unter Androhung von Strafe zur Aussage vorgeladen, wie der Ausschuss am Dienstag mitteilte. Sie alle seien zudem zur Herausgabe von Dokumenten aufgefordert worden. Zur Begründung hiess es, die Betroffenen stellten unbelegte Theorien über Wahlbetrug auf, trieben Bemühungen voran, die Wahlergebnisse zu kippen, oder standen in direktem Kontakt mit dem ehemaligen Präsidenten (Trump), um die Auszählung der Wählerstimmen zu verhindern.

Giuliani gehörte als persönlicher Anwalt Trumps zu den treibenden Kräften, die nach der Wahl vom November 2020 unbewiesene Behauptungen über Betrug verbreiteten und eine Bestätigung des Sieges von Joe Biden verhindern wollten. Dutzende Klagen, mit denen das Trump-Lager die Wahlergebnisse anfechten liess, scheiterten. Trump behauptet trotzdem bis heute, er sei durch Wahlbetrug um den Sieg gebracht worden. Klarer Gewinner der Wahl war der heutige Präsident Joe Biden.

Der Ausschuss hat bereits zahlreiche damalige Berater und Mitarbeiter von Trump vorgeladen oder zur Aussage aufgefordert. Mehrere der Betroffenen weigern sich aber, vor dem von Bidens Demokraten dominierten Gremium zu erscheinen. Wegen Missachtung des Kongresses hat das US-Repräsentantenhaus daher den Weg für strafrechtliche Schritte unter anderem gegen Trumps einstigen Chefstrategen Steve Bannon freigemacht.

Nach Angaben des Ausschusses haben bislang fast 400 Zeugen zu den Ereignissen vom 6. Januar 2021 ausgesagt. Anhänger Trumps hatten damals den US-Kongress erstürmt, um eine offizielle Bestätigung von Bidens Wahlsieg zu verhindern. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump musste sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er seine Anhänger in einer Rede aufgestachelt hatte. Die für eine Verurteilung des Republikaners notwendige Mehrheit im Senat kam nicht zustande, weil die meisten seiner Parteifreunde in der Parlamentskammer zu Trump hielten.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Pop beim König: Iggy Pop nimmt schwedischen Polarpreis entgegen
International

Pop beim König: Iggy Pop nimmt schwedischen Polarpreis entgegen

Die amerikanische Rocklegende Iggy Pop hat am Dienstagabend in Stockholm den schwedischen Polar-Musikpreis aus den Händen des Königs in Empfang genommen. König Carl XVI. Gustaf (76) applaudierte dem 75 Jahre alten Sänger ("The Passenger"). Mit der renommierten Auszeichnung wurden in diesem Jahr ausserdem das französische Ensemble intercontemporain mit seinem deutschen Musikdirektor Matthias Pintscher bedacht.

Amnesty: Zahl der Hinrichtungen steigt um 20 Prozent
International

Amnesty: Zahl der Hinrichtungen steigt um 20 Prozent

Nach einem Rückgang im Corona-Jahr 2020 ist die Zahl der vollstreckten Todesurteile 2021 wieder stark angestiegen: Amnesty International dokumentierte mindestens 579 Hinrichtungen in 18 Staaten - verglichen mit dem Vorjahr war dies ein Anstieg um 20 Prozent.

Pandemie-Massnahmen gehen laut Studie zulasten der Frauen
Schweiz

Pandemie-Massnahmen gehen laut Studie zulasten der Frauen

Die Pandemie-Massnahmen haben Geschlechterungleichheiten laut einer neuen Studie verschärft. Als etwa die Schulen und die Krippen geschlossen waren, übernahmen meistens Frauen die zusätzliche Betreuungsarbeit.

Tschechischer Sieg in der Königsetappe, Carapaz bleibt Leader
Sport

Tschechischer Sieg in der Königsetappe, Carapaz bleibt Leader

Richard Carapaz verteidigt seine Leader-Position in der 16. Etappe des Giro d'Italia, die von Salo über den Mortirolo-Pass hinauf nach Aprica führte. Die Königsetappe endet mit einem Ausreissersieg.