Aussergewöhnliche Häufung von Erdbeben im Wallis


Roman Spirig
Schweiz / 06.11.19 09:51

Im Wallis kommt die Erde noch nicht zur Ruhe. Laut dem Schweizer Erdbebendienst (SED) ist es am Mittwochmorgen in Zermatt und südöstlich von Sanetschpass erneut zu zwei leichten Erdbeben gekommen. So viele Beben wie aktuell gibt es in der Schweiz nur selten.

Aussergewöhnliche Häufung von Erdbeben im Wallis (Foto: KEYSTONE / LAURENT DARBELLAY)
Aussergewöhnliche Häufung von Erdbeben im Wallis (Foto: KEYSTONE / LAURENT DARBELLAY)

Am Mittwochmorgen bebte die Erde um 05.02 Uhr in Zermatt mit einer Stärke von 2,9 auf der Richterskala, wie der automatische Erdbebenalarm der ETH Zürich meldete. Rund zwei Stunden später um 07.18 Uhr wurde ungefähr sieben Kilometer südlich vom Sanetschpass ein weiteres Beben mit einer Magnitude von 1,9 auf der Richterskala registriert.

Seit der Nacht auf Dienstag sei bei Savièse (VS) nördlich von Sitten ein "aussergewöhnlich aktiver Erdbebenschwarm" aktiv, schreibt der SED auf seiner Webseite. Bis am Mittwochmorgen seien über 100 Beben aufgezeichnet worden.

Zwölf von ihnen seien mit einer Magnitude von 2,5 oder mehr von der Bevölkerung in der Region von Sitten bis nach Siders verspürt worden. Die vier stärksten Beben hätten Stärken zwischen 3.0 und 3.3 erreicht und seien vereinzelt bis ins Berner Oberland wahrgenommen worden. Mehrere hundert Personen hätten beim SED entsprechende Beobachtungen gemeldet. Schäden gab es bislang keine.

Doch die Häufung bezeichnet der SED als "eher ungewöhnlich". Nur selten ereigneten sich so viele spürbare Beben in einer Region über eine so kurze Zeitspanne. Eine Prognose über den weiteren Verlauf lasse sich daraus aber nicht ableiten.

Normalerweise klinge die Aktivität nach einigen Tagen - im schlimmsten Fall Wochen - wieder ab. Trotzdem existiert gemäss SED eine fünf- bis zehnprozentige Chance, dass es in den nächsten Tagen auch zu deutlich stärkeren Erdbeben kommt.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Ibiza-U-Ausschuss gestartet - Zeuge spricht von
International

Ibiza-U-Ausschuss gestartet - Zeuge spricht von "Korruptionstanz"

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zur Ibiza-Affäre hat in Österreich seine Arbeit aufgenommen. Der Ausschuss soll in den kommenden Monaten prüfen, ob die rechtskonservative Regierung von ÖVP und FPÖ zwischen Dezember 2017 und Mai 2019 käuflich war.

Corona-Infektionen in Iran erreichen neuen Höchststand
International

Corona-Infektionen in Iran erreichen neuen Höchststand

Die Zahl innerhalb von 24 Stunden erfasster Corona-Infektionen im Iran hat einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag wurden seit dem Vortag 3574 Neuinfektionen gemeldet.

Firmenkonkurse im Mai klar gesunken -
Wirtschaft

Firmenkonkurse im Mai klar gesunken - "Konkurs-Tsunami" erwartet

Die Corona-Krise hat sich bisher noch nicht auf die Konkurse ausgewirkt. Im Mai bzw. in den ersten fünf Monaten lag die Anzahl der Firmenkonkurse in der Schweiz gar deutlich tiefer als im Jahr davor. Erwartet wird aber bald schon eine grössere Konkurswelle.

Kreuzlingen TG und Konstanz (D) setzen sich für offene Grenzen ein
Schweiz

Kreuzlingen TG und Konstanz (D) setzen sich für offene Grenzen ein

Die Stadtpräsidenten von Kreuzlingen TG und Konstanz (D) haben sich gegen Grenzzäune in ihrer Region ausgesprochen. "Eigentlich sind Konstanz und Kreuzlingen eine Stadt", sagte der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Mittwoch.