Autoverlad am Oberalp wird eingestellt - Uri trägt es mit Fassung


Roman Spirig
Regional / 13.01.21 18:27

Die Matterhorn Gotthard Bahn stellt den Autoverlad zwischen Andermatt UR und Sedrun GR ab dem Frühjahr 2023 ein. Wegen sinkender Nachfrage hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Winterverbindung über den Oberalppass nicht mehr bestellt. Der Kanton Uri will als Kompensation zusätzliche Verbindungen im Personenverkehr.

Autoverlad am Oberalp wird eingestellt - Uri trägt es mit Fassung (Foto: KEYSTONE /  / )
Autoverlad am Oberalp wird eingestellt - Uri trägt es mit Fassung

Wenn die Strasse über den 2033 Meter hohen Oberalppass jeweils im Winter geschlossen wird, befördert ein Verladezug in knapp einer Stunde die Autos auf der Strecke. Doch die Nachfrage habe sich seit 2011 mit der ganzjährigen Öffnung der Strassenverbindung über den Lukmanier zwischen Disentis GR und Biasca TI bei 2100 Fahrzeugen pro Winter eingependelt, teilte die Bahnbetreiberin am Mittwoch mit.

2019 zahlte der Bund pro transportiertem Fahrzeug rund 200 Franken. Wegen anstehender Investitionen wäre der Betrag auf rund 350 Franken gestiegen.

So setzt die Bahn auf der Strecke künftig neue Triebzüge ein, die nicht geeignet seien für den Personen- und Autotransport. Letzterer müsste mit dem bestehenden Rollmaterial fortgeführt werden, bedürfte aber einer Modernisierung. Mehrkosten für den Autoverlad bringen zudem die Bahnhofumbauten im Zuge des Behindertengleichstellungsgesetz.

Aufgrund der hohen Investitionen und des schlechten Kosten-/Nutzen-Verhältnisses verzichte man auf weitere Investitionen in den Autoverlad. Er wird im Frühjahr 2023 eingestellt.

Der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind (CVP) sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, es sei zwar bedauerlich, aber verständlich, dass das BAV den Betrieb wegen der tiefen Nachfrage nicht mehr mitfinanzieren wolle. Für den Kanton Uri seien die Auswirkungen gering.

Als Kompensation dafür setze man sich nun für zusätzliche Angebote im Personenverkehr ein, etwa in Form weiterer Zugverbindungen zwischen Andermatt UR und Disentis GR am Abend. Das sei insbesondere für das Skigebiet von Interesse. Die Signale seitens des Bundes werte er als positiv. Nicht gefährdet sei der zweite Autoverlad im Kanton Uri, jener an der Furka Richtung Wallis.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Erwartete Niederlage der Schweizer Handballer
Sport

Erwartete Niederlage der Schweizer Handballer

Nach dem Sieg gegen Österreich setzt es für die Schweizer an der WM in Ägypten im zweiten Vorrundenspiel die erwartete Niederlage ab. Das Team von Trainer Michael Suter verliert gegen Norwegen 25:31.

Museveni gewinnt Präsidentenwahl in Uganda - Betrugsvorwürfe
International

Museveni gewinnt Präsidentenwahl in Uganda - Betrugsvorwürfe

Ugandas Langzeitherrscher Yoweri Museveni hat die Präsidentenwahl in dem ostafrikanischen Land nach offiziellen Angaben klar gewonnen. Nach Angaben der Wahlkommission holte der 76-Jährige 58,64 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Bobi Wine, ein 38 Jahre alter Popstar und Abgeordneter, kam bei der Wahl am Donnerstag auf 34,83 Prozent, wie die Wahlbehörde am Samstag bekannt gab, Letzterer sprach von "weit verbreitetem Betrug" bei der Wahl.

Positiv getesteter FIS-Renndirektor Waldner nicht in Kitzbühel
Sport

Positiv getesteter FIS-Renndirektor Waldner nicht in Kitzbühel

FIS-Renndirektor Markus Waldner wird positiv auf das Coronavirus getestet. Der Südtiroler ist bei den Weltcup-Rennen in Kitzbühel nicht vor Ort.

Doug Emhoff: Amerikas erster
International

Doug Emhoff: Amerikas erster "Second Gentleman"

Bei manchen Titeln kann man ins Schleudern kommen, das erfährt Doug Emhoff gerade am eigenen Leib. Er ist der Ehemann von Kamala Harris, die am Mittwoch als erste Vizepräsidentin der USA vereidigt wird. Emhoff wird damit zum ersten "Second Gentleman" des Landes. Standen die Ehepartner der Vizepräsidenten bislang im Schatten der First Lady, beschert die Premiere Emhoff schon jetzt reichlich Aufmerksamkeit.