BAG empfiehlt Auffrischimpfung gegen Covid-19 für alle


News Redaktion
Schweiz / 26.11.21 17:06

Auffrischimpfung gegen Covid-19 für alle - auch für die unter 65-Jährigen. Das empfehlen das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und die Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif) nun erstmals am Freitag. Dahinter stehen die stark angestiegenen Ansteckungszahlen.

Um die neueste Covid-19-Ansteckungswelle zu brechen, soll die Auffrischimpfung die breite Bevölkerung erreichen. (FOTO: Keystone/DPA/BERND VON JUTRCZENKA)
Um die neueste Covid-19-Ansteckungswelle zu brechen, soll die Auffrischimpfung die breite Bevölkerung erreichen. (FOTO: Keystone/DPA/BERND VON JUTRCZENKA)

Die Empfehlung steht im Einklang mit dem Zulassungsentscheid der Heilmittelbehörde Swissmedic, wie das BAG am Freitag mitteilte. Damit solle der individuelle Schutz vor Ansteckung gestärkt und die Übertragung und Verbreitung des Virus in der aktuellen epidemischen Lage gebremst werden.

Bislang haben laut BAG über 350000 Personen eine Auffrischimpfung erhalten. Dabei handelt es sich um über 65-Jährige sowie um jüngere besonders gefährdete Personen mit dem höchsten Risiko, schwer zu erkranken. Sie sollen weiterhin prioritär Zugang zur Auffrischimpfung erhalten.

Mit Blick auf die epidemiologische Lage und die rasch ansteigenden Fallzahlen empfehlen BAG und Ekif, dass alle Personen ab 16 Jahren Zugang zur Auffrischimpfung erhalten. Die Impfempfehlungen seien entsprechend erweitert worden. Die sogenannte Booster-Impfung soll frühestens sechs Monate nach vollständiger Impfung erfolgen.

Bei rund 1,2 Millionen Personen über 65 Jahre ist die vollständige Impfung laut BAG sechs Monate her. Für sie soll eine Auffrischimpfung im November oder Dezember erfolgen.

Personen unter 65 Jahren weisen sechs Monate nach vollständiger Impfung noch immer einen guten Schutz vor schwerer Erkrankung auf, wie das BAG weiter schreibt.

Wissenschaftliche Daten zeigten aber, dass der Schutz vor einer Ansteckung und einer leichten Erkrankung auch bei ihnen abnehme. Jüngere Menschen, die sich trotz Impfung ansteckten, hätten meist keine oder eher milde Symptome und erkrankten selten schwer. Sie könnten das Virus aber weitergeben - allerdings deutlich weniger stark als Ungeimpfte.

Ziel der BAG- und Ekif-Empfehlung ist es, eine Überlastung der Gesundheitsversorgung zu verhindern. Die Empfehlung beruht auf der Zulassungserweiterung durch Swissmedic, die beide mRNA-Impfstoffe für die Auffrischimpfung von Personen ab 16 Jahren mit Biontech/Pfizer beziehungsweise ab 18 Jahren mit Moderna zugelassen hat.

Personen im Alter unter 30 Jahren wird die Auffrischimpfung mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff empfohlen, unabhängig vom für die Grundimmunisierung verwendeten Impfstoff. Alle anderen Personen sollen grundsätzlich möglichst eine Auffrischimpfung mit demjenigen mRNA-Impfstoff erhalten, der für die Grundimmunisierung benutzt wurde. Wenn dieser nicht vor Ort verfügbar sei, könne auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden, schreibt das BAG.

(sda)


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