Barschecks der Regierung fördern Kauflust der Amerikaner


News Redaktion
Wirtschaft / 15.04.21 15:34

Die US-Wirtschaft hat im März starken Aufwind erhalten. Beflügelt von staatlichen Barschecks für die Bürger als Unterstützung in Zeiten der Corona-Krise machten die Detailhändler kräftig Kasse. Die Einnahmen stiegen um satte 9,8 Prozent zum Vormonat.

Danke für den Scheck! Das Pandemie-Hilfspaket der US-Regierung treibt die Amerikaner in die Läden. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP ARIZONA REPUBLIC/MICHAEL  GING)
Danke für den Scheck! Das Pandemie-Hilfspaket der US-Regierung treibt die Amerikaner in die Läden. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/AP ARIZONA REPUBLIC/MICHAEL GING)

Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 5,9 Prozent gerechnet - nach einem Umsatzminus von 2,7 Prozent im Februar. In den USA herrscht Konsumrausch, so die Einschätzung von VP Bank-Chefökonom Thomas Gitzel.

Die Verteilung der staatlichen Schecks im Rahmen des billionenschweren Pandemie-Hilfspakets von US-Präsident Joe Biden und die deutliche Lockerung von Eindämmungsmassnahmen regten den privaten Verbrauch an, so der Experte. Laut Ökonom Dirk Chlench von der LBBW waren den anspruchsberechtigten Amerikanern zum Stichtag 24. März bereits Steuerschecks im Volumen von rund 325 Milliarden Dollar ins Haus geflattert.

Damit war der Geldsegen aus Washington zu diesem Zeitpunkt bereits doppelt so gross wie im Januar, als das US-Schatzamt im Rahmen des zweiten Rettungspakets ebenfalls Steuerschecks an die Haushalte verschickt hatte, rechnet der Ökonom vor.

Helaba-Volkswirt Ralf Umlauf sieht die starken Einzelhandelszahlen als gutes Omen: Es sei mit einem kräftigen Konsumwachstum zum Ende des ersten Quartals zu rechnen. Die Ökonomenzunft rechnet nun damit, dass auch die Konjunktur insgesamt anzieht: Für das erste Quartal wird mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt von aufs Jahr hochgerechnet bis zu 9,8 Prozent gerechnet.

Zum Vergleich: Im vierten Quartal lag der Zuwachs nur bei 4,3 Prozent. Für das gesamte Jahr sind nun wohl mehr als sieben Prozent Wachstum drin - eine so hohe Drehzahl des US-Wirtschaftsmotors gab es zuletzt Mitte der 1980er Jahre.

Getragen wird der Aufschwung auch von der Industrie: Die Firmen stellten im März 2,7 Prozent mehr her als im Februar, wie die Notenbank Fed mitteilte. Die Produktion bleibe damit zwar etwas hinter den Erwartungen zurück, so Helaba-Ökonom Umlauf. Allerdings wiesen die jüngst veröffentlichten hohen Stimmungsindikatoren der Branche im April auf die weiterhin gute Erholungsperspektive hin: Konjunkturelle Zweifel sollten somit nicht aufkommen.

Positive Signale kamen auch vom Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank deutlich. Insgesamt stellten vergangene Woche nur noch 576000 Amerikaner einen Antrag auf staatliche Stütze. In den sieben Tagen zuvor waren es noch 769000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 700000 gerechnet.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte jüngst betont, der Arbeitsmarkt habe das Vorkrisenniveau noch lange nicht erreicht. Da die Konjunkturerholung bei weitem noch nicht abgeschlossen sei, werde die Federal Reserve der Wirtschaft weiterhin die benötigte Unterstützung geben, solange dies nötig sei.

(sda)


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