Basler Fasnacht 2020 von der grünen Welle erfasst


News Redaktion
Schweiz / 14.02.20 13:46

Die Klimadebatte und die damit zusammenhängenden Schülerstreiks sind ein oft ausgespieltes Sujet an der diesjährigen Basler Fasnacht. Mindestens 70 der 464 beim Fasnachts-Comité angemeldeten Einheiten befassen sich mit dieser Thematik.

Die Anzahl der am Basler Fasnachts-Cortège teilnehmenden Chaisen (Kutschen) hat nach Tierschutz-Protesten und Unfällen im letzten Jahr stark abgenommen. (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)
Die Anzahl der am Basler Fasnachts-Cortège teilnehmenden Chaisen (Kutschen) hat nach Tierschutz-Protesten und Unfällen im letzten Jahr stark abgenommen. (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Die Umwelt beschäftigte schon im letzten Jahr die Basler Fasnächtler. Nun werde die Klimaproblematik jedoch in einer grossen Vielfalt ausgespielt, sagte Comité-Obfrau Pia Inderbitzin am Freitag vor den Medien. Die Palette reiche von den verschmutzten Meeren bis zum Veganismus.

Auffallend viele Junge Gruppen nehmen die Umwelt zum Motto der Fasnacht, die am 2. März mit dem Morgestraich beginnt. Oft ausgespielt - und ein gefundenes Fressen für die Basler - ist das eidgenössische Jodlerfest, das im kommenden Sommer in der Stadt durchgeführt wird.

Die 5G-Technologie, die Digitalisierung und die Robotik wurden von rund einem Dutzend Cliquen ausgewählt. Zu den lokalen Themen gehören das Ende der Telefonkabinen auf dem Barfüsserplatz oder ein Brand in der Rheingasse.

Seit Jahren amüsieren die seltsamsten Jubiläen, die mit viel Fantasie ausgespielt werden. Zu den originellsten gehören heuer „100 Jahre Haribo“, das 50-jährige Bestehen der „Raketen-Glace“, 40 Jahre „Zauberwürfel“ oder 20 Jahre Spongebob. Nüchterner zeigte sich das Fasnachts-Comité selber mit dem Plakettenmotto „Heb di fescht“. Damit wird das E-Trottinett thematisiert, das für viele Menschen eine Freude oder ein Ärgernis ist.

Die publizierte Liste der mitwirkenden Gruppen zeigt einen starken Rückgang der angemeldeten Einheiten um 26 auf 464. Damit wird das Niveau von 2017 erreicht, als 460 Einheiten am Umzug teilnahmen. Deutlich weniger Pfeifer- und Trommlergruppen meldeten sich an.

Um einen Drittel auf 12 gesunken ist auch die Zahl der mitwirkenden Kutschen oder Chaisen, wie sie in Basel genannt werden. In den letzten Jahren gab es eine heftige Tierschutz-Diskussion, weil einzelne Pferde auf der glitschigen Strasse verunfallt sind.

Erstmals soll am 2. März eine elektrisch angetriebene Kutsche am Umzug mitfahren. Es sei ein Pilotversuch, der nach der Fasnacht von der Polizei evaluiert werde, sagte Comité-Mitglied Bruno Kern, der für die Strassenfasnacht zuständig ist.

Bei den Schnitzelbank-Gesellschaften haben sich 67 Gruppierungen angemeldet. Sie werden am Montag- und Mittwochabend in den Beizen auftreten. Die diesjährige Basler Fasnacht dauert vom 2. bis zum 4. März.

(sda)


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