Baume-Schneider will mit Dialog die Skepsis der Städter mindern


News Redaktion
Schweiz / 07.12.22 15:26

Die gewählte jurassische Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider will im neuen Amt vor allem eines: zuhören. Als Vertreterin eines armen, ländlich geprägten Kantons wolle sie ein offenes Ohr haben für städtische Anliegen. Sie plädiert für den inneren Zusammenhalt.

Die neugewählte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider präsentierte sich am Mittwochnachmittag sichtlich stolz vor den Medien in Bern. (FOTO: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)
Die neugewählte Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider präsentierte sich am Mittwochnachmittag sichtlich stolz vor den Medien in Bern. (FOTO: KEYSTONE/PETER SCHNEIDER)

Zur Frage, was sie einem Ostschweizer oder einer Ostschweizerin antworten würde, die sich im Bundesrat mit lateinischer Mehrheit nicht mehr vertreten fühlten, sagte Baume-Schneider am Mittwochnachmittag vor den Medien in Bern: "Ich höre zu." Sie komme zwar nicht aus der Stadt, habe aber in Lausanne gearbeitet.

Es sollten nun nicht die einen gegen die anderen ausgespielt werden, mahnte sie. Es sei wichtig, dass die Menschen wieder mehr Vertrauen in Politiker und Politikerinnen hätten. "Man muss Vertrauen haben und miteinander sprechen." Sie wolle mit der Nordwestschweiz zusammenarbeiten. "Meine Tür wird offen sein."

Sie wolle auch das Vertrauen jener gewinnen, die sie nicht gewählt haben, sagte die neue Bundesrätin. Es sei nötig, mit allen politischen Gruppen und dem ganzen Land eng zusammenzuarbeiten. Auch wenn heftig um Dossiers gerungen werde, wolle sie immer respektvoll mit den Personen umgehen.

"Ich bin nicht allein im Bundesrat und möchte als ein Teil davon meine Lösungen mitbringen." Thematische Herausforderungen in absehbarer Zeit seien etwa der Strommangel oder die sinkende Kaufkraft.

Als erste Jurassierin im Bundesrat verspüre sie "viele Emotionen und Stolz", sagte Baume-Schneider auf eine weitere Frage. Jurassierinnen und Jurassier seien am Wahltag nach Bern auf den Bundesplatz gekommen. "Sie lieben ihren Kanton, und sie wollen ernst genommen werden." Auf der institutionellen Ebene sehe sie die Jura-Frage als gelöst an, sagte Baume-Schneider. "Wir sind jetzt nicht mehr am Kämpfen, wir sind jetzt dabei."

Angesprochen auf ihre offene Art, versprach Baume-Schneider, ihren Kommunikationsstil beizubehalten. Sie wolle sich selbst bleiben. Zur Frage, ob sie nach ihrer Vorgängerin Simonetta Sommaruga zum neuen Feindbild der Rechtsbürgerlichen werden könnte, hielt sie fest, dass sie sehr wohl zu unterscheiden wisse zwischen persönlichen Angriffen und Angriffen, die ihr Amt mit sich bringe. "Gewisse Entscheide und Dossiers können mich zum Ziel machen."

Sie freue sich auf die Arbeit in der Landesregierung und die Zusammenarbeit innerhalb eines der sieben Departemente, so Baume-Schneider weiter. "Ich werde bald sehen, wo ich landen werde." Im Hinblick auf die Departementsverteilung vom (morgigen) Donnerstag sagte sie: "Ich habe nichts zu fordern."

(sda)


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