Baurekursgericht verbietet Abfallentsorgung mit Hilfe von Enzymen


News Redaktion
Schweiz / 21.07.21 13:17

Das Zürcher Verwaltungsgericht verbietet einem Gastrobetrieb die Entsorgung von Speiseresten mit Hilfe von Enzymen. Bei der so genannten "ExBio"-Maschine werden die Speisereste zersetzt und landen als so genanntes Prozesswasser in der Kanalisation.

Speiseresten von Restaurants dürfen nicht mit Hilfe von Enzymen zersetzt werden. Der Kanton Zürich verbietet ein entsprechendes Gerät. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Speiseresten von Restaurants dürfen nicht mit Hilfe von Enzymen zersetzt werden. Der Kanton Zürich verbietet ein entsprechendes Gerät. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Auf der Website des Herstellers des ExBio-Geräts klingt alles problemlos: Das Gerät könne fortlaufend mit Speiseresten befüllt werden. Die Enzyme würden sie unter Zugabe von Trinkwasser dann innert 24 Stunden komplett zersetzen.

Das Abwasser könne entweder in die Kanalisation geleitet oder als Dünger verwendet werden. Mit diesem Zersetzungsgerät müsse kein Bioabfall mehr gelagert und irgendwohin transportiert werden. Die Enzyme, die in die Kanalisation gelangen würden, seien völlig unproblematisch. Zudem sei das Gerät geräusch- und geruchsfrei.

In mehreren Kantonen ist ExBio erlaubt, im Kanton Zürich bisher nicht. Und dies wird auch so bleiben, wie aus einem am Mittwoch publizierten Urteil des Baurekursgerichts hervorgeht.

Es hat den Rekurs eines Gastronomen gegen ein Verbot der Baudirektion abgelehnt. Das Baurekursgericht argumentierte, dass es egal sei, ob das Gerät in anderen Kantonen erlaubt sei.

Die VVEA, die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen, gelte schliesslich schweizweit. Kurz: Nur weil sich andere Kantone nicht an die Regeln halten, muss Zürich ja nicht mitmachen.

Die VVEA gebe vor, dass Speisereste in erster Linie vergärt werden sollten. Ist das nicht möglich, müssen sie verbrannt werden, wobei die Abwärme genutzt werden soll. Von Zersetzen mit Enzymen steht in der Verordnung nichts, also ist dies offiziell auch nicht erlaubt.

Mitarbeitende der Baudirektion hätten umfangreiche Abklärungen getätigt, bevor sie das Gerät richtigerweise verboten hätten, schreibt das Baurekursgericht.

Sie informierten sich bei Amtsstellen, konsultierten den Verband der Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute und schauten sich das Gerät vor Ort im Gastrobetrieb an.

Eine Minderheit des Baurekursgerichts war zwar der Ansicht, dass die Sache nicht genügend untersucht worden sei. Vor allem die Auswirkungen auf die Abwasserreinigungsanlagen müssten genauer unter die Lupe genommen werden.

Die Mehrheit des Gerichts fand die Informationen aber ausreichend und bestätigte damit das BioEx-Verbot im Kanton Zürich. Das Gastrounternehmen akzeptierte das Verbot, der Entscheid ist rechtskräftig.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kein Testobligatorium für Zentralschweizer Spitalangestellte
Regional

Kein Testobligatorium für Zentralschweizer Spitalangestellte

Angestellte der Zentralschweizer Spitäler und Pflegeheime müssen sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren von Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden und Zug haben sich gegen ein Impfobligatorium ausgesprochen, wie sie am Dienstag mitteilten.

Eine bronzene Auszeichnung, die Gold wert ist
Sport

Eine bronzene Auszeichnung, die Gold wert ist

Simone Biles bestreitet zum Abschluss der Olympischen Kunstturn-Wettkämpfe doch noch einen Gerätefinal und sichert sich am Schwebebalken Bronze. Die Amerikanerin feiert einen Sieg über sich selbst.

Zwei Rekorde und eine Medaille im Visier
Sport

Zwei Rekorde und eine Medaille im Visier

Die Schweizer Frauenstaffeln nehmen ab Donnerstag Rekorde und eine Medaille ins Visier. Für die Sprinterinnen um Mujinga Kambundji und Ajla Del Ponte ist ein Podestplatz mehr als nur ein Traum.

Cartoonist Martin Perscheid gestorben
International

Cartoonist Martin Perscheid gestorben

Der deutsche Cartoonist Martin Perscheid ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Das gaben der Lappan Verlag und die Caricatura Galerie Kassel am Donnerstag im Namen der Familie bekannt.