Behörde: Aktivitäten der Sittenpolizei im Iran eingestellt


News Redaktion
International / 06.12.22 16:25

Im Iran hat nach dem Generalstaatsanwalt einem Medienbericht zufolge eine weitere Behörde von der Einstellung der Aktivitäten der Sittenpolizei gesprochen.

Ebrahim Raisi, Präsident des Irans, bei einem Treffen mit den Leitern der drei Zweigstellen im Iran. Nach anhaltenden Demonstrationen im Iran hat die politische Führung unerwartet Maßnahmen angekündigt. Foto: Iranian Presidency Office/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa (FOTO: Keystone/APA Images via ZUMA Press Wire/Iranian Presidency Office)
Ebrahim Raisi, Präsident des Irans, bei einem Treffen mit den Leitern der drei Zweigstellen im Iran. Nach anhaltenden Demonstrationen im Iran hat die politische Führung unerwartet Maßnahmen angekündigt. Foto: Iranian Presidency Office/APA Images via ZUMA Press Wire/dpa (FOTO: Keystone/APA Images via ZUMA Press Wire/Iranian Presidency Office)

"Die Einsätze der Sittenpolizei wurden auf Anweisung der Staatsanwaltschaft eingestellt", sagte am Dienstag Ali Chanmohammadi, der Sprecher der Zentrale für die Förderung der Tugend und der Verhütung des Lasters, wie das Nachrichtenportal Entekhab berichtete. Die Sittenpolizei setzte in der Vergangenheit die Vorschriften des Tugend-Zentrums um.

Die Handlungen der Sittenpolizei waren der Auslöser der seit über zwei Monaten andauernden systemkritischen Proteste im Land. Mitte September verhafteten die islamischen Sittenwächter die 22-jährige Mahsa Amini, weil unter ihrem Kopftuch angeblich ein paar Haarsträhnen hervorgetreten waren. Amini starb wenige Tage später im Gewahrsam der Sittenpolizei.

Über andere "Einhaltungsformen des Hidschab" - also die islamischen Kleidervorschriften für Frauen - solle demnächst entschieden werden, sagte der Sprecher der Zentrale weiter.

Am Sonntag hatte der iranische Generalstaatsanwalt erklärt, die Sittenpolizei sei abgeschafft worden. Die Aussage war von vielen Demonstranten und Kritikern der politischen Führung zunächst mit Skepsis aufgenommen worden. Sie fordern weiter eine Abschaffung des Kopftuchzwangs im Land. Frauen im Iran befürchten, dass die Kontrollaktivitäten der Sittenpolizei nach deren Auflösung einfach von anderen Sicherheitskräften übernommen werden könnten. Aktivisten sehen in den Aussagen zur Sittenpolizei zudem ein "Ablenkungsmanöver", um die angespannte Lage im Land zu beruhigen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schweiz will in Japan den ökologischsten aller Länderpavillons
Schweiz

Schweiz will in Japan den ökologischsten aller Länderpavillons

An der Weltausstellung von 2025 im japanischen Osaka will sich die Schweiz als innovatives und nachhaltiges Land präsentieren. Deshalb wird der Schweizer Pavillon laut Angaben des Bundes jener mit dem kleinsten ökologischen Fussabdruck aller Teilnehmerländer.

Pfizer rechnet 2023 mit schleppendem Corona-Geschäft
Wirtschaft

Pfizer rechnet 2023 mit schleppendem Corona-Geschäft

Pfizer hat im vergangenen Jahr prächtig an der Pandemie mitverdient. Für den US-Pharmakonzern war es dank hoher Verkaufszahlen seines Impfstoffs und seines Corona-Mittels Paxlovid in jeder Hinsicht ein Rekordjahr.

Swiss Re spaltet Rückversicherung in zwei Teile auf
Wirtschaft

Swiss Re spaltet Rückversicherung in zwei Teile auf

Die Swiss Re spaltet die grösste Sparte Rückversicherung in zwei Teile auf. Für das Sach- und Haftpflichtgeschäft bildet sie neu die Einheit Property & Casualty Reinsurance und für das Lebengeschäft die Einheit Life & Health Reinsurance.

Ausserrhoder Regierung schlägt drei bis fünf Gemeinden vor
Schweiz

Ausserrhoder Regierung schlägt drei bis fünf Gemeinden vor

Der Regierungsrat von Appenzell Ausserrhoden hat seinen Gegenvorschlag zur Volksinitiative "Starke Ausserrhoder Gemeinden" angepasst. Er will die bestehenden zwanzig Gemeinden durch Fusionen neu auf noch drei bis fünf reduzieren.