Belarus: Lukaschenko fordert von Deutschland Aufnahme von Migranten


News Redaktion
International / 26.11.21 12:12

In der Krise um Tausende in Belarus gestrandete Migranten hat Machthaber Alexander Lukaschenko bei einem Besuch in der Notunterkunft Deutschland erneut zur Aufnahme der Menschen aufgefordert.

Alexander Lukaschenko bei einem Besuch eines Flüchtlingslagers an der Grenze zu Polen. Foto: Pavel Bednyakov/Sputnik/dpa (FOTO: Keystone/Sputnik/Pavel Bednyakov)
Alexander Lukaschenko bei einem Besuch eines Flüchtlingslagers an der Grenze zu Polen. Foto: Pavel Bednyakov/Sputnik/dpa (FOTO: Keystone/Sputnik/Pavel Bednyakov)

2000 Menschen - das ist kein grosses Problem für Deutschland, sagte Lukaschenko am Freitag in Brusgi an der Grenze zu Polen. Kanzlerin Merkel ist damit einverstanden, behauptete er erneut. Ähnlich hatte sich Lukaschenko nach zwei Telefonaten mit der geschäftsführenden Regierungschefin Angela Merkel vor einigen Tagen geäussert - aus Berlin kam danach ein deutliches Dementi.

Die Menschen in der Notunterkunft in einer Logistikhalle wollten nach Deutschland zu ihren Familien und Nächsten. Nehmen Sie bitte diese Menschen bei sich auf. Das ist keine grosse Last, sagte Lukaschenko.

Seit Wochen versuchen Tausende Migranten, von Belarus über die EU-Aussengrenzen nach Polen oder Litauen zu gelangen. Die EU wirft dem autoritären Lukaschenko vor, er habe gezielt Menschen aus Krisenregionen nach Minsk einfliegen lassen, um sie dann in die EU zu schleusen und dort die Lage zu destabilisieren.

Auch am Donnerstag und Freitag entschieden sich einmal mehr auch Hunderte Menschen für eine Rückkehr in ihre Heimatländer, darunter Irak und Syrien. Wie der Airport in Minsk mitteilte, startete in der Nacht zum Freitag um 2.45 Uhr (Ortszeit) erneut eine Maschine nach Erbil im Irak.

Unterdessen versuchte nach Angaben des polnischen Grenzschutzes eine Gruppe von etwa 200 Migranten vergeblich, von Belarus aus die Grenzsperren zu überwinden und in die EU zu gelangen. Der Vorfall habe sich am Donnerstag in der Nähe des Ortes Czeremsza ereignet, teilte die Behörde am Freitag mit.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dank Zustupfen: Tonhalle Zürich präsentiert ausgeglichene Rechnung
Schweiz

Dank Zustupfen: Tonhalle Zürich präsentiert ausgeglichene Rechnung

"Beispiellos": Das vergangene Geschäftsjahr ist für die Tonhalle Zürich aufgrund der Coronapandemie kein Kinderspiel gewesen. Nur dank Unterstützung von Förderern und der öffentlichen Hand präsentierte sie trotzdem eine ausgeglichene Rechnung. Aufwand und Ertrag beliefen sich jeweils auf gut 30 Millionen Franken.

Luzerner Kantonsrat stützt Moderni-sierung der Polizei
Regional

Luzerner Kantonsrat stützt Moderni-sierung der Polizei

Der Luzerner Kantonsrat widersetzt sich nicht einem Abbau der Zahl der Polizeiposten. In einer Aussprache vom Dienstag hat die Meinung vorgeherrscht, dass für die Sicherheit der Bevölkerung schnelle Interventionszeiten wichtiger seien als viele Posten.

Angehörige von Inhaftierten werden oft vergessen
Schweiz

Angehörige von Inhaftierten werden oft vergessen

Wenn Vater, Mutter oder Lebenspartner inhaftiert werden, ist das auch für die Angehörigen ein einschneidendes Ereignis. Die Zürcher Justizdirektion will die Angehörigenarbeit verstärken. In einem Werkstattbericht, der am Dienstag vorgestellt wurde, beleuchten Fachleute unter anderem die Chancen und Risiken.

Zürcher Stadtparlament will nicht gegen Abstimmungsfahnen vorgehen
Schweiz

Zürcher Stadtparlament will nicht gegen Abstimmungsfahnen vorgehen

Angestellte der Stadt Zürich werden künftig nicht vermehrt dazu eingesetzt, illegal angebrachte Abstimmungsbanner zu entfernen. Das Stadtparlament hält dies für unnötig. Das sei doch gar kein grosses Ärgernis.