Bencic vergibt im US-Open-Halbfinal zu viele Chancen


Roman Spirig
Sport / 06.09.19 05:31

Belinda Bencics Lauf am US Open wurde im Halbfinal gestoppt. Die 22-jährige Ostschweizerin verlor gegen die Weltnummer 15 Bianca Andreescu aus Kanada in 2:13 Stunden knapp 6:7 (3:7), 5:7. Die Niederlage war unnötig, weil die als Nummer 12 gesetzte Schweizerin in beiden Sätzen nahe am Sieg war.

Bencic vergibt im US-Open-Halbfinal zu viele Chancen (Foto: KEYSTONE / AP / Eduardo Munoz Alvarez)
Bencic vergibt im US-Open-Halbfinal zu viele Chancen (Foto: KEYSTONE / AP / Eduardo Munoz Alvarez)

Bereits der Verlust des ersten Satzes war für Bencic äusserst ärgerlich. Sie hatte in drei verschiedenen Games - bei 2:1, 3:2 und 5:4 - insgesamt sechs Breakchancen, konnte aber keine nützen. Fast immer schlug Andreescu dabei gut auf, so auch bei einem Satzball, den sie am Ende mit einem Vorhand-Winner gewann. Im Tiebreak geriet Bencic gleich 0:5 in Rückstand, nach bereits 1:07 Stunden verlor sie im Duell der beiden Debütantinnen in einem Grand-Slam-Halbfinal den ersten Satz.

Im zweiten Satz begann die Schweizerin wesentlich effizienter. Nach Breaks zum 1:0, 4:1 und 5:2 stand sie nahe am Satzausgleich. Gab es im ersten Durchgang noch keinen einzigen Aufschlagverlust, hatten nun beide Spielerinnen grosse Mühe, ihre Servicegames durchzubringen. Die Müdigkeit war deutlich spürbar. Zwischen Viertelfinals und Halbfinal hatte es keinen Tag Pause gegeben, und der erste Satz hatte viel Kraft gekostet. Bencic brachte die 5:2-Führung aber nicht über die Runden. Bei 5:4 und 30:0 stand sie nur zwei Punkte vor dem Gewinn des zweiten Durchgangs.

Danach wendete sich das Blatt aber wieder. Die wesentlich effizientere Kanadierin gewann die letzten fünf Games und verdiente sich so ein Finalduell am Samstag mit Serena Williams, die ihren 24. Grand-Slam-Titel anvisiert. Bencic wehrte noch zwei Matchbälle ab, beim dritten brachte sie aber eine Vorhand unter Druck nicht mehr übers Netz.

Die erst 19-jährige Andreescu ist die Aufsteigerin der Saison. Die Tochter rumänischer Einwanderer startete das Jahr als Nummer 178 der Welt und steht nun als erst zweite Kanadierin nach Eugenie Bouchard (verlor den Wimbledon-Final 2014 gegen Petra Kvitova) in einem Grand-Slam-Final.

(sda)


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