Bergbach in Fideris GR soll bald Strom für 3300 Haushalte liefern


News Redaktion
Wirtschaft / 30.09.22 11:42

Der Bundesrat hat am Freitag die vom Kanton Graubünden eingereichte Schutz- und Nutzungsplanung zur Wasserkraftnutzung des Bergbachs in Fideris genehmigt. Das Projekt ist bereits seit 2014 in Planung und wurde seither angepasst.

Wird Wasser für die Stromproduktion entnommen, braucht es eine Ausgleichsmassnahme, dies schreibt das Gewässerschutzgesetz vor. Im Fall des geplanten Wasserkraftwerks in Fideris heisst das, dass der Malanserbach geschützt wird und nur der Bergbach genutzt werden darf. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Wird Wasser für die Stromproduktion entnommen, braucht es eine Ausgleichsmassnahme, dies schreibt das Gewässerschutzgesetz vor. Im Fall des geplanten Wasserkraftwerks in Fideris heisst das, dass der Malanserbach geschützt wird und nur der Bergbach genutzt werden darf. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Ursprünglich sei es das Ziel gewesen, so viel Strom wie möglich zu produzieren, sagte die Gemeindepräsidentin von Fideris, Marianne Flury-Lietha, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Mann wollte dazu den Bergbach und den Malanserbach fassen und mit dem Wasser Strom für 4500 Haushalte produzieren.

Da das Projekt so jedoch nicht bewilligungsfähig gewesen sei, wurde eine Schutz- und Nutzungsplanung (SNP) durchgeführt. Herausgekommen ist ein Kompromiss: Der Bergbach, der bereits stark verbaut ist, darf genutzt werden.

Der ökologisch wertvolle Malanserbach hingegen soll jedoch während der 80-jährigen Konzessionsdauer vollständig geschützt bleiben. Das Gewässerschutzgesetz schreibt unter anderem vor, dass es für eine Wasserentnahme zur Stromproduktion eine geeignete Ausgleichsmassnahme braucht.

Der erwartete Stromertrag schrumpfte damit auf 13,1 Gigawattstunden pro Jahr. Damit können rund 3300 Haushalte versorgt werden. Der Bundesrat ist mit dieser Planung einverstanden. Jetzt fehlt noch die Konzession des Kantons Graubünden und das Baugenehmigungsverfahren.

Die Gemeindepräsidentin von Fideris erwartet aber keine oder nur wenige Einsprachen. Die Umweltverbände seien bei der Erarbeitung der SNP bereits miteinbezogen worden. Ihr persönlicher Plan sei es immer gewesen, bei der Einweihung des Kraftwerks noch im Amt zu sein. Da sich dies jedoch auf 2028 hinauszuzögern scheint und sie bereits seit zwölf Jahren im Amt ist, werde dies wohl nicht aufgehen, erklärte sie.

(sda)


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