Betrieb des geplanten Luzerner Kantonsmuseums wird teurer


News Redaktion
Regional / 20.07.21 00:01

Das vom Kanton Luzern geplante Museum für Natur, Gesellschaft und Geschichte im Zeughaus Musegg wird teurer. Der Betrieb würde sich gemäss aktuellen Berechnungen gegenüber den beiden heutigen kantonalen Museen in der Kleinstadt um 1,8 Millionen Franken auf 6,4 Millionen Franken erhöhen.

Der Kanton Luzern will das alte Zeughaus auf der Musegg in ein Museum umfunktionieren. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)
Der Kanton Luzern will das alte Zeughaus auf der Musegg in ein Museum umfunktionieren. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY)

Im Januar 2021, als der Kanton den neuen Standort Zeughaus Musegg vorgestellt hatte, war er noch von jährlichen Betriebskosten von 5,9 Millionen Franken. 2020 kostete der Betrieb des historischen Museums und des Natur-Museums zusammen 4,6 Millionen Franken.

Der Regierungsrat nahm am Montag zu mehreren Anfragen aus dem Kantonsrat zum Zusammenschluss und zur Verlegung der kantonalen Museen Stellung. Die Mehrkosten begründete er damit, dass das geplante Museum im Zeughaus Musegg 790 Quadratmeter mehr Fläche benötigen würde, um funktionieren zu können, als zunächst angenommen.

Unverändert bleiben die errechneten Investitionskosten im Zeughaus Musegg in der Höhe von 35 bis 37 Millionen Franken. Der Regierungsrat weist darauf hin, dass auch am alten Standort mindestens 13 Millionen Franken investiert werden müssten. Dies würde sich am alten Standort ebenfalls auf die Kosten auswirken.

Ursprünglich war vorgesehen, durch die Zusammenlegung des Historischen und des Natur-Museums zu einem Museum für Natur- Geschichte und Gesellschaft jährlich 0,8 Millionen Franken einzusparen. Von diesem Ziel hat sich der Regierungsrat aber verabschiedet.

Die Ausstellungsfläche in den beiden heutigen Museen beträgt 2480 Quadratmeter, im Zeughaus werden es noch 1775 Quadratmeter sein. Die kleinere Ausstellungsfläche soll mit neuen Vermittlungsformen kompensiert werden, wie der Regierungsrat festhielt.

Nachdem die Museen aus ihren heutigen Standorten am Kasernenplatz und der Pfistergasse ausgezogen sind, soll dort das heute auf vier Standorte verteilte Kantonsgericht einziehen. Die heutigen Museumsgebäudeeignen sich nahezu optimal als Gerichtsgebäude, erklärte der Regierungsrat.

Die Pläne der Kantonsregierung sind umstritten. In der Stadt wird befürchtet, dass die Kleinstadt durch den Wegzug der Museen und die Schaffung einer Gerichtsmeile an Attraktivität verlieren könnte. Der erhöhte Standort des Zeughauses auf der Musegg wird von Kritikern als zu abgelegen und zu wenig gut zugänglich betrachtet.

(sda)


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