Biden: Russland zentraler Gegenspieler der USA


News Redaktion
International / 26.10.20 14:40

Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden sieht den wichtigsten Gegenspieler der USA in der Weltpolitik in Russland - und nicht in China wie der Amtsinhaber Donald Trump. "Ich denke, die grösste Bedrohung für Amerika ist aktuell Russland, was Angriffe auf unsere Sicherheit und die Spaltung unserer Allianzen angeht", sagte Biden. 

Joe Biden, demokratischer Präsidentschaftskandidat und ehemaliger Vizepräsident, spricht bei einer Wahlveranstaltung der Dallas High School. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Andrew Harnik)
Joe Biden, demokratischer Präsidentschaftskandidat und ehemaliger Vizepräsident, spricht bei einer Wahlveranstaltung der Dallas High School. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Andrew Harnik)

Dies sagte Biden in einem am Sonntag (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des TV-Senders CBS. "Zweitens denke ich, dass China unser grösster Wettbewerber ist."

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies in Moskau zurück, dass Russland für irgendjemanden eine Bedrohung darstelle. Biden schüre damit absoluten Hass auf Russland. Wir können das nur bedauern, sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Trumps Antwort auf die CBS-Frage nach dem zentralen Gegenspieler des Landes war unterdessen: China. Sie sind ein Gegner, sie sind ein Wettbewerber, sie sind in vieler Hinsicht ein Feind, sagte der Präsident. Er macht Peking unter anderem dafür verantwortlich, dass das Coronavirus die Grenzen des Landes verlassen konnte - und nennt es gern das China-Virus. In seiner Amtszeit eskalierte Trump auch einen Handelskonflikt mit China.

Über das Verhältnis des aktuellen US-Präsidenten zu Russland gab es in den vergangenen Jahren viele Spekulationen. So gingen die US-Geheimdienste davon aus, dass Russland 2016 eine Kampagne betrieb, die nicht nur die Spaltung in der amerikanischen Gesellschaft vertiefen, sondern auch Trump ins Weisse Haus helfen sollte.

Trump selbst sagt immer wieder, niemand sei härter gegenüber Russland eingestellt als er. Tatsächlich verhängte seine Regierung diverse Sanktionen gegen Russland. Allerdings fiel auch auf, dass Trump es vermeidet, öffentlich den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu kritisieren - zuletzt zum Beispiel als es um die Vergiftung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny ging.

(sda)


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