Bitcoin-Schürfer wandern in die USA ab - China verliert Bedeutung


News Redaktion
Wirtschaft / 14.10.21 11:58

Das harte Vorgehen der chinesischen Regierung gegen Kryptowährungen vertreibt die Bitcoin-Schürfer aus dem Land. Eine neue Heimat finden sie dort, wo der Strom billig ist - darunter in den USA.

Die chinesischen Behörden haben das rechen- und energieintensive Bitcoin-Schürfen aus ihrem Land vertrieben . (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA/LIU XINGZHE/CHINAFILE)
Die chinesischen Behörden haben das rechen- und energieintensive Bitcoin-Schürfen aus ihrem Land vertrieben . (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA/LIU XINGZHE/CHINAFILE)

Beim lukrativen Schürfen der Kryptowährung Bitcoin haben die USA erstmals China als weltweiten Marktführer abgelöst. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Centre for Alternative Finance der Universität Cambridge hervor. Über ein Drittel (35,4 Prozent) der Leistung für das sogenannte Bitcoin-Mining kommt inzwischen aus den USA, während China in der Statistik auf einen nicht mehr messbaren Anteil zurückgefallen ist.

Die Bitcoin-Schürfer in China absolvierten vor einem Jahr noch rund drei Viertel aller Bitcoin-Transaktionen, die viel Energie verschlingen. Vor einem Monat erliess die chinesische Regierung angesichts der Energieengpässe ein landesweites Verbot für das Krypto-Mining.

Bei diesem Schürfen bieten Nutzer die Kapazitäten ihrer Computer für die Prüfung und Verschlüsselung von Transaktionen zur Verfügung und werden dafür in der jeweiligen Kryptowährung entlohnt. Bereits im Frühjahr war Peking mit Razzien gegen Krypto-Miner vorgegangen. Daraufhin begannen die Schürfer massenhaft aus China zu fliehen und machten sich auf den Weg zu den billigsten Energiequellen der Welt.

Das ganze Narrativ, dass China den Bitcoin kontrolliert, ist nun komplett hinfällig, sagte Boaz Sobrado, ein in London ansässiger Fintech-Datenanalyst dem TV-Sender CNBC. Die USA erfüllten viele Anforderungen für Bitcoin-Schürfer auf der Suche nach einer neuen Heimat.

So seien in Bundesstaaten wie Texas die Energiepreise im weltweiten Vergleich sehr niedrig. Das ist ein grosser Anreiz für die Miner, die in einer Branche mit geringen Gewinnspannen konkurrieren. Die USA seien aber auch reich an erneuerbaren Energiequellen.

Nach dem Aus für das Bitcoin-Mining in China wanderten viele Schürfer auch ins Nachbarland Kasachstan, das nun auf einen Marktanteil von 18,1 Prozent kommt. Auf Platz 3 liegt Russland (11,2 Prozent), vor Kanada (9,6 Prozent), Irland (4,7), Malaysia (4,6). Deutschland steht mit einem Marktanteil von knapp 4,5 Prozent weltweit auf Platz 7.

Obwohl die Strompreise in Deutschland vergleichsweise hoch sind, lohnt sich das Bitcoin-Schürfen, wenn der Bitcoinkurs so hoch wie derzeit liegt. Am Donnerstag lag der Kurs des Bitcoin bei rund 57600 US-Dollar. Mitte Juli war ein Bitcoin dagegen noch zu 31000 Dollar gehandelt worden.

(sda)


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