Black Friday gewinnt von Jahr zu Jahr an Bedeutung


News Redaktion
Wirtschaft / 24.11.21 12:05

Heutzutage können es sich Detailhändler kaum mehr erlauben, am Black Friday keine Rabatte anzubieten. Dem war aber nicht immer so. Der Schnäppchentag, der sein Ursprung in den USA hat, gewann in der Schweiz erst vor sechs Jahren an Bekanntheit.

Kaum ein Detailhändler kann es sich erlauben, am Black Friday nicht mitzumachen. Dabei nahm erst 2015 Manor als erster grosser Detailhändler am Aktionstag teil. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA/Ramon van Flymen)
Kaum ein Detailhändler kann es sich erlauben, am Black Friday nicht mitzumachen. Dabei nahm erst 2015 Manor als erster grosser Detailhändler am Aktionstag teil. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA/Ramon van Flymen)

2015 hat Manor als erster grosser Detailhändler beim Black Friday mitgemacht und seinen Kunden erste Rabattaktionen angeboten. Im Jahr darauf folgten weitere Detailhändler. Seither setzte sich dieser Trend fort und verstärkte sich immer weiter.

Mittlerweile gehört der Black Friday, der am Freitag dieser Woche stattfindet, zu den wichtigsten Tagen für den Schweizer Detailhandel. Für viele Unternehmen ist er sogar der umsatzstärkste Tag im ganzen Geschäftsjahr.

Dies beweisen die Kartentransaktionen. Am 27. November 2020, dem letztjährigen Black Friday, wurden in der Schweiz gemäss dem Projekt Monitoring Consumption Switzerland rund 528 Millionen Franken mit Karte bezahlt.

Zum Vergleich: Im Durchschnitt wurden im Jahr 2020 pro Tag Transaktionen im Wert von rund 260 Millionen Franken getätigt. Am Schnäppchentag haben sich die Transaktionen also mehr als verdoppelt und knackten sogar den Wert vom 23. Dezember 2020 mit 515 Millionen Franken. Der Tag vor Heiligabend galt bisher als Höhepunkt des Jahres für den Detailhandel.

Dieses Jahr dürfte der Schweizer Handel am Black Friday derweil einen Umsatz von etwa 500 Millionen Franken im Non-Food-Bereich erreichen, sagt der Geschäftsführer des Schweizer Handelsverbands, Patrick Kessler, zur Nachrichtenagentur AWP. Das ist zwar etwas weniger als im letzten Jahr, damals waren aber Einkäufe wegen der Coronamassnahmen verschoben und daher besonders viel am Black Friday eingekauft worden.

Seinen Ursprung hat der Black Friday - wie so vieles - in den USA. Dort findet der Schnäppchentag am Freitag nach Thanksgiving statt. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner geniessen nach dem Feiertag ein verlängertes Wochenende und beginnen mit ihren Weihnachtseinkäufen.

Viele Menschen warten in den USA jeweils bereits in der Nacht auf Freitag vor den verschlossenen Türen, um als erste von den begrenzten Rabattaktionen profitieren zu können. Der umsatzstärkste Tag des Jahres ist der Black Friday in den USA aber auch noch nicht seit jeher. Erst 2005 eroberte er den ersten Podestplatz.

Seither geht es steil nach oben. Und das nun seit sechs Jahren auch in der Schweiz. Hierzulande stellen viele Detailhändler jedes Jahr eine höhere Nachfrage am Black Friday fest.

2020 etwa meldete die Coop-Tochter Microspot 20 Prozent mehr Besucherinnen und Besucher auf der Website als im Vorjahr. Bei Interdiscount waren es sogar 40 Prozent mehr als 2019 und auch Digitec Galaxus meldete gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich.

Dabei werden die Schnäppchen aber oft nicht nur am Freitag, sondern über das ganze Wochenende oder gar die ganze Woche hinweg angeboten. Am Montag folgt auf den Black Friday ausserdem gleich der Cyber Monday, wo Onlineshops ihre Rabatte anbieten. Diverse Anbieter weiten ihre Angebote im Internet auch auf eine ganze Cyber Week aus.

Trotz der immer grösseren Bedeutung des Tages gibt es aber nach wie vor Detailhändler, die 2021 am Black Friday keine Rabatte anbieten. So zum Beispiel das Zürcher Kaufhaus Jelmoli: Das Warenhaus nimmt stattdessen zum dritten Mal am Giving Tuesday teil und setzt sich damit für bewussten Konsum ein und spendet Geld für wohltätige Zwecke.

(sda)


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