Bleibt die Schweiz Skination Nummer 1?


News Redaktion
Sport / 23.10.21 09:16

An diesem Wochenende in Sölden beginnt für die Schweizer Alpinen die Mission Titelverteidigung. Fünf Monate später stehen in Méribel beim Finale die letzten Weltcup-Rennen auf dem Programm.

Die neue Weltcup-Saison beginnt traditionsgemäss in Sölden: Auf diesem Hang fahren am Samstag die Frauen den Riesenslalom, am Sonntag folgt derjenige der Männer (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Die neue Weltcup-Saison beginnt traditionsgemäss in Sölden: Auf diesem Hang fahren am Samstag die Frauen den Riesenslalom, am Sonntag folgt derjenige der Männer (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Vor Jahresfrist zeigten die Swiss-Ski-Athletinnen und -Athleten gleich bei erster Gelegenheit Stärke. Neben zwei Podestplätzen durch Marco Odermatt (2.) und Gino Caviezel (3.) klassierten sich auf dem Rettenbachgletscher oberhalb von Sölden auch Michelle Gisin (4.), Loïc Meillard (5.) und Lara Gut-Behrami (8.) in den Top 8. Dazu punkteten vier weitere Schweizer.

Ganz anders stiegen die einst so dominant auftretenden ÖSV-Exponenten in die letztjährige Saison. Beim Heimspiel resultierte für Österreich sowohl bei den Frauen (15. Katharina Truppe) als auch bei den Männern (17. Stefan Brennsteiner) das schlechteste Abschneiden in Sölden überhaupt. Zwar steigerte sich das ÖSV-Team im weiteren Verlauf des Winters deutlich und zeigte insbesondere auch an den Weltmeisterschaften in Cortina Topleistungen. Doch das Anfang Saison eingehandelte Defizit konnte nicht mehr wettgemacht werden.

Letztlich entschied die Schweiz die Nationenwertung mit 10087 zu 9211 Punkten zum zweiten Mal hintereinander zu ihren Gunsten. Dies war möglich dank 15 Swiss-Ski-Siegen - so vielen wie seit 1992 nicht mehr - und 53 Podestplätzen. Die Fahrer aus dem östlichen Nachbarland gewannen zehnmal und holten 40 Platzierungen in den Top 3. Allerdings verfügten die Österreicher einmal mehr über die grössere Breite, im Team der Frauen fuhren über die ganze Saison nicht weniger als 28 Fahrerinnen in die Punkte. Nur deren 16 waren es bei den Schweizerinnen, die dafür aber mit Lara Gut-Behrami, Michelle Gisin, Corinne Suter und Wendy Holdener vier sehr fleissig punktende Top-Shots in den Reihen hatten.

Unmittelbar vor dem Saisonstart ist aus diesem Quartett allerdings nur Gut-Behrami, die Schweizer Überfliegerin des vergangenen Winters, zu 100 Prozent bereit. Die letztjährige Gesamtweltcup-Zweite, zweifache Weltmeisterin und sechsfache Saisonsiegerin aus dem Tessin ist im Team von Cheftrainer Beat Tschuor für Sölden, wo sie 2013 und 2016 siegte, die wohl einzige Trumpfkarte. Die 30-Jährige wird versuchen, nahtlos an ihre letztjährige Hochform anzuknüpfen.

Wendy Holdener hingegen kann nach einem Unfall im Konditionstraining erst Mitte November wieder mit Renneinsätzen planen. Auch Corinne Suter wird beim Weltcup-Prolog fehlen. Die Abfahrts-Weltmeisterin verletzte sich Ende September beim Super-G-Training in Zermatt. Sie wird deshalb erst in rund zwei Wochen wieder auf den Schnee zurückkehren. Suters Zielsetzung lautet, bei den ersten Speedrennen Anfang Dezember in Nordamerika bereit zu sein.

Michelle Gisin figuriert zwar im Aufgebot für Sölden. Doch die Vielstarterin kämpft immer noch mit den Folgen des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Die Obwaldnerin müsse Geduld zeigen, so Cheftrainer Tschuor. Über ihren Einsatz im Riesenslalom am Samstag wird Gisin vielleicht erst eine halbe Stunde vor dem Start entscheiden.

Im Gegensatz zu Tschuor muss sich dessen Pendant bei den Männern, Thomas Stauffer, vor der Saison keine Sorgen sportlicher Natur machen. Wir sind dort, wo wir sein wollen, vermeldet der Berner zufrieden. Der interne Konkurrenzkampf spiele und treibe seine Athleten an, wobei im Riesenslalom Marco Odermatt und Loïc Meillard die Teamleader seien. Nicht weit dahinter folgen aber gleich Gino Caviezel und Justin Murisier.

Auch die Schweizer Männer haben in diesem Winter den Gewinn von Kristallkugeln im Visier, der letztjährige Gesamtzweite Odermatt dabei gar die grosse. Dieses Ziel des Nidwaldners sei durchaus realistisch, so Stauffers Einschätzung. Der letzte Schweizer Erfolg im Gesamtweltcup durch Carlo Janka 2010 liegt bereits mehr als ein Jahrzehnt zurück. Odermatt beendete schon letzte Saison eine ähnlich lange Schweizer Durststrecke nach einem Sieg von Janka, als er Anfang Dezember in Santa Caterina den Riesenslalom gewann.

Wenn Stauffer dennoch Bedenken äussert, dann geschieht dies wegen den Rahmenbedingungen aufgrund von Covid-19. Es wird eine Challenge mit dem Impfen oder Nicht-Impfen und den Modalitäten zum Einreisen oder eben Nicht-Einreisen. Noch immer sei nicht für alle Länder klar, welche Bedingungen gälten, bemängelt der Cheftrainer. Stauffers Rat an seine Fahrer, um mit dieser Ungewissheit umgehen zu können: Mit dem Schlimmsten rechnen und dann alles, was besser kommt, gerne nehmen.

(sda)


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