Bucherer startet in Europa mit Handel von Secondhand-Uhren


Roman Spirig
Regional / 04.09.19 12:44

Bucherer steigt wie vor einiger Zeit angekündigt in Europa ins Geschäft mit Secondhand-Uhren ein - im Fachjargon Certified Pre-Owned (CPO) genannt. Seit dem gestrigen Dienstag verkauft der Luzerner Uhrenhändler sowohl online als auch in ausgewählten Boutiquen gebrauchte Luxusuhren.

Bucherer startet in Europa mit Handel von Secondhand-Uhren (Foto: KEYSTONE / PPR / DOMINIK BAUR)
Bucherer startet in Europa mit Handel von Secondhand-Uhren (Foto: KEYSTONE / PPR / DOMINIK BAUR)

Lanciert wurde das neue Konzept in der eigenen Boutique in Genf. Bucherer will aber auch im CPO-Geschäft auf Qualität setzen und kann dabei vom Know-how des Anfang 2018 übernommenen US-Uhrenhändlers Tourneau profitieren, der das Geschäft in den USA betreibt. Die erworbenen Uhren werden entsprechend von eigenen Experten authentifiziert, inspiziert, wenn nötig gewartet oder repariert und zum Schluss mit einem Zertifikat ausgestattet.

Das Zertifikat stelle sicher, dass die Uhren echt und in einwandfreiem Zustand seien, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. Es gibt für die wiederverkauften Uhren denn auch eine Garantie über zwei Jahre.

Zur Zielgruppe zählen laut Verkaufschef Patrick Graf etwa Sammler auf der Suche nach raren Modellen oder limitierten Editionen. Zudem könnten Kunden, die sich keine neue Uhren leisten wollen oder können, über das Secondhand-Angebot in die Welt der Luxusuhren einsteigen.

Bucherer will mit dem CPO-Konzept nicht nur online auftreten, sondern auch an ausgewählten Standorten. Nach Genf wird noch im Oktober in der Zürcher Flaggschiff-Boutique eine Etage für den Occasionshandel eingerichtet. Im November bereits ist dann in Hamburg der Einstieg am deutschen Markt geplant, und 2020 stehen London und Paris auf dem Programm.

Ein Augenschein auf der Webseite von Bucherer zeigt, dass das CPO-Angebot von Uhren der Marke Rolex dominiert wird. Bucherer gilt als der weltweit grösste Rolex-Händler. Aber auch Uhren von Marken wie Omega, IWC oder Breitling werden bebildert und mit detaillierten Angaben etwa zum Preis oder zum Uhrwerk zum Verkauf angeboten.

Das CPO-Geschäft liegt im Trend und wird mittlerweile von verschiedenen Uhrenmarken betrieben, nachdem der Handel mit Secondhand-Uhren zuvor während Jahren ausschliesslich in der Hand von Uhrenhändlern und Online-Portalen war. So hat beispielsweise die Richemont-Gruppe vor gut einem Jahr dazu das Online-Portal Watchfinder gekauft. Audemars-Piguet-Chef François-Henry Bennahmias pries CPO jüngst gar als "das nächste grosse Ding" für die Uhrenbranche.

(sda)


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