Bündner Kantonsärztin: Plastikvisiere schützen nicht zuverlässig


News Redaktion
Schweiz / 14.07.20 09:21

In Graubünden ist die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteter Personen sowie die Anzahl der Personen in Quarantäne wieder angestiegen. Die Kantonsärztin warnte, Plastikvisiere würden nicht zuverlässig vor Ansteckungen schützen.

Die Gesichtsmaske bietet offenbar den besseren Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus als das Plastikvisier (Archivbild). (FOTO: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)
Die Gesichtsmaske bietet offenbar den besseren Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus als das Plastikvisier (Archivbild). (FOTO: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

Die Analyse der Fälle und der Übertragungswege hätten gezeigt, dass insbesondere die in der Gastronomie verbreiteten Plastikvisiere ungenügend Schutz vor Infektion bieten würden, teilten die Bündner Kantonsärztin Marina Jamnicki und das kantonale Gesundheitsamt am Dienstag mit.

Die Kantonsärztin rät deshalb vor der alleinigen Verwendung von Plastikvisieren ab. Die Visiere vermittelten ein falsches Gefühl von Sicherheit. Könne der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden, würden Gesichtsmasken oder andere geeignete Massnahmen empfohlen.

Im Hinblick auf die Sommersaison wird Betrieben, welche sich bisher auf den Schutz von Plastikvisieren verliessen, eine Überarbeitung ihrer Schutzkonzepte empfohlen. Ziel sei es, weitere einschneidende Massnahmen möglichst zu verhindern. Sie hätten für die Wirtschaft und vor allem für Unternehmen im Tourismus schwere Konsequenzen.

Um die Bevölkerung vor weiteren Ansteckungen zu schützen und von zusätzlichen Massnahmen absehen zu können, seien Infektionsketten möglichst rasch zu unterbrechen. Dies geschehe durch die Rückverfolgung der Kontakte mit dem Contact Tracing und einer Quarantäne der Kontaktpersonen, was sich bewährt habe.

Das Bündner Gesundheitsamt rief am Dienstag dennoch zu Eigenverantwortung auf. Es empfiehlt beim Besuch von Veranstaltungen, Restaurants und Clubs, Abstand zu halten und sich mit Gesichtsmasken zu schützen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Mujinga Kambundji nicht in Monte Carlo
Sport

Mujinga Kambundji nicht in Monte Carlo

Mujinga Kambundji verzichtet auf die Teilnahme am Diamond-League-Meeting vom Freitag in Monte Carlo. Die Bernerin verspürt nach dem Training am Dienstag Schmerzen am Sitzbein.

SPD macht deutschen Vizekanzler Scholz zum Kanzlerkandidaten
International

SPD macht deutschen Vizekanzler Scholz zum Kanzlerkandidaten

Rund ein Jahr vor der Parlamentswahl in Deutschland wollen die Sozialdemokraten Vizekanzler Olaf Scholz zu ihrem Kanzlerkandidaten küren. "Olaf hat den Kanzler-Wumms", schrieben die SPD-Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans am Montag auf Twitter.

Carl Lewis herrscht über Sandgrube und Tartanbahn
Sport

Carl Lewis herrscht über Sandgrube und Tartanbahn

Carl Lewis, von den Leichtathleten zu ihrem Sportler des 20. Jahrhunderts gewählt, war einer der letzten Sprinter, die auch im Weitsprung dominierten - oder umgekehrt.

Gericht: Apple soll halbe Milliarden Dollar für 4G-Patente zahlen
Wirtschaft

Gericht: Apple soll halbe Milliarden Dollar für 4G-Patente zahlen

Ein Gericht in Texas hat Apple zur Zahlung von gut einer halben Milliarde Dollar verurteilt. Dies soll für die Nutzung von 4G-Patenten im iPhone und anderen Geräten kompensieren.