Berset: Die Schweiz lässt sich nicht vom Ausland unter Druck setzen


Roman Spirig
Schweiz / 03.12.20 13:24

Bundesrat Alain Berset hat in Muttenz BL den Schweizer Weg in der Pandemiebekämpfung trotz der sehr beunruhigenden Lage als den richtigen verteidigt. Angesprochen auf den Skiwinter sagte er, dass sich die Schweiz vom Ausland nicht unter Druck setzen lasse.

Bundesrat Alain Berset zusammen mit den Baselbieter Regierungsräten Thomas Weber und Kathrin Schweizer. (FOTO: Bild: Dominique Spirgi/Keystone-SDA)
Bundesrat Alain Berset zusammen mit den Baselbieter Regierungsräten Thomas Weber und Kathrin Schweizer. (FOTO: Bild: Dominique Spirgi/Keystone-SDA)

Der Schweizer Weg habe aber seinen Preis, sagte Berset am Donnerstag an einem Point de Presse in Muttenz BL im Beisein der beiden Baselbieter Regierungsmitglieder Thomas Weber (SVP) und Kathrin Schweizer (SP). Die Hoffnungen, dass sich der positive gesamtschweizerische Trend der letzten Wochen weiterentwickeln würde, hätten sich nicht erfüllt. Die Zahlen würden nicht mehr sinken und hätten sich lediglich auf einem hohen Niveau stabilisiert.

Berset appellierte an die Kantone, nicht zu lange zu warten, um auf die Entwicklung zu reagieren. Als positive Beispiele hob er die Westschweizer Kantone hervor, die mit scharfen Massnahmen reagiert hätten, was sich dort vor dem Hintergrund der sehr asymmetrischen Entwicklung im Land nun in Zahlen zeige.

Die bevorstehende Winterzeit bezeichnete Berset als grosse Herausforderung und Sorge - das habe man vorher bereits gewusst. Bei den Weihnachts- und Silvesterfeierlichkeiten sowie bei Skiferien müssen man besonders aufmerksam bleiben. Man wisse, dass ein einziger Anlass ausreiche, um schwerwiegende Folgen auszulösen. Funktioniere der zurückhaltende Schweizer Weg nicht, seien weitere Massnahmen unabdingbar.

Angesprochen auf die unterschiedliche Vorgehensweise der beiden Basel - Basel-Stadt hatte einen Mini-Lockdown verhängt, während in Baselland die Restaurants offen blieben - gab sich Berset diplomatisch zurückhaltend. Die beiden Basel würden in der Gesundheitsversorgung vorbildlich zusammenarbeiten. Und es sei auch nicht Aufgabe des Bundesrats, den Kantonen vorzuschreiben, wie weit sie über die bundesrätlichen Auflagen hinausgehen müssten.

Der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber sagte dazu, dass der Kanton auf kurzfristige Massnahmen mit einem Jo-Jo-Effekt als Folge verzichten wolle. Schnellschüsse seien nicht zweckmässig, sagte er an die Adresse von Basel-Stadt. Bei einer Woche mehr Verhandlungszeit hätte sich vielleicht ein Kompromiss finden lassen.

Berset hatte zuvor den Covid-19-Standort Bruderholz des Kantonspitals Baselland und das neue Abklärungs- und Testzentrum Feldreben in Muttenz besucht.

(sda)


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