Bundesrat empfiehlt Ja zu höheren Kinderabzügen bei Bundessteuer


News Redaktion
Schweiz / 03.07.20 15:00

Der Bundesrat setzt sich für die Erhöhung des Kinderabzugs und den höheren Abzug für die Drittbetreuung von Kindern bei den Bundessteuern ein. Er empfiehlt deshalb, das Referendum gegen das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer am 27. September abzulehnen.

Die Schweizer Stimmbevölkerung entscheidet am 27. September über das Referendum gegen die Erhöhung des Kinderabzugs und den höheren Abzug für die Drittbetreuung. Für den Bundesrat entlasten die Abzüge die Familien und verbessern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. (Symbolbild) (FOTO: Keystone/CHRISTIAN BEUTLER)
Die Schweizer Stimmbevölkerung entscheidet am 27. September über das Referendum gegen die Erhöhung des Kinderabzugs und den höheren Abzug für die Drittbetreuung. Für den Bundesrat entlasten die Abzüge die Familien und verbessern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. (Symbolbild) (FOTO: Keystone/CHRISTIAN BEUTLER)

Umstritten ist vor allem die Erhöhung des allgemeinen Kinderabzugs von 6500 auf 10000 Franken pro Kind. Davon profitieren würden diejenigen Familien, die direkte Bundessteuern bezahlten, teilte das Eidg. Finanzdepartement (EFD) am Freitag mit. Das seien knapp 60 Prozent der Familien in der Schweiz.

Weil der Abzug Familien unabhängig von der Betreuungsform der Kinder entlaste, werde damit die Familienarbeit angemessener honoriert. Die Massnahme führe zu Steuerausfällen von geschätzten 370 Millionen Franken pro Jahr.

Gleichzeitig würde der Abzug für die Drittbetreuung bei den direkten Bundessteuern auf bis zu 25000 Franken pro Kind erhöht. Das verbessere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, argumentiert der Bundesrat. Ausserdem wirke sie dem Fachkräftemangel in der Schweiz entgegen.

Die Erhöhung komme Familien zugute, deren Betreuungskosten den heutigen Abzug von 10100 Franken übersteige. Sie führe zwar kurzfristig zu Steuerausfällen von geschätzten 10 Millionen Franken pro Jahr. Doch dank der steigenden Beschäftigung wüchsen die Steuereinnahmen mittelfristig an und könnten so die Ausfälle kompensieren. Damit profitierten alle Bevölkerungsschichten.

Die gesamten Steuerausfälle durch die Gesetzesänderung schätzt der Bundesrat auf 380 Millionen Franken pro Jahr. Wegen der Corona-Krise dürften die Ausfälle für das Steuerjahr 2021 jedoch um 50 bis 100 Millionen Franken tiefer ausfallen. 10 bis 20 Millionen Franken entfielen dann auf die Kantone.

Der Bundesrat wollte ursprünglich nur den Abzug für die externe Betreuung von Kindern bei der Bundessteuer erhöhen. Die bürgerliche Mehrheit im Parlament entschied dann aber in der Herbstsession, auch noch eine Erhöhung der Abzüge für Kinder ins Bundesgesetz aufzunehmen. Die SP ergriff das Referendum, weil davon aus ihrer Sicht vor allem Gutverdienende profitieren.

(sda)


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