Bus stürzt Abhang hinunter - Mindestens 55 Tote in Indien


Roman Spirig
International / 11.09.18 21:00

Mindestens 55 Menschen sind bei einem Busunglück im Süden Indiens gestorben. Der Bus stürzte am Dienstag in einer hügeligen Region im Bezirk Jagtial im Bundesstaat Telangana sechs Meter tief einen Abhang hinunter, wie A Sharath von der Bezirksregierung der Nachrichtenagentur DPA sagte. 33 Menschen wurden verletzt.

Bus stürzt Abhang hinunter - Mindestens 55 Tote in Indien  (Foto: KEYSTONE / EPA / STR)
Bus stürzt Abhang hinunter - Mindestens 55 Tote in Indien (Foto: KEYSTONE / EPA / STR)

Auf Fotos waren Menschen zu sehen, die Passagiere aus einem Bus mit einer demolierten Front und teils zerstörten Fensterscheiben ziehen. In dem überfüllten Fahrzeug seien fast 90 Menschen gewesen, als das Fahrzeug von der Strasse abkam.

"Augenzeugen sagten, der Fahrer habe die Kontrolle über das Fahrzeug in einer scharfen Kurve verloren", sagte Sharath. "Mindestens 20 Menschen starben am Unglücksort. Wir haben 69 Menschen in verschiedene Krankenhäuser gebracht, aber 35 sind ihren Verletzungen erlegen." Unter den Toten sind auch vier Kinder.

Einige der Passagiere seien Pilger auf dem Rückweg von einem hinduistischen Heiligtum gewesen, hiess es. "Der Bus war überfüllt, er hatte eine Kapazität von etwa 60. Wir untersuchen den Unfall", sagte Sharath.

Lokale Medien sahen in der Überfüllung die Ursache des Unfalls: Einige Passagiere seien in der Kurve auf den Fahrer gefallen. Zunächst gab es auch Berichte, nach denen der Fahrer möglicherweise betrunken gewesen war. Er starb ebenfalls bei dem Unfall.

Die "Times of India" schrieb, der Bus habe sich vier Mal überschlagen, bevor er den Abhang herunterstürzte. "Vielleicht wurden die meisten Passagiere wegen der Überbelegung ernsthaft verletzt und im Bus zu Tode gequetscht, als er runtergerollt ist. Einige Leute sind vielleicht auch erstickt", spekulierte Sharath.

Er befürchtete, dass die Zahl der Toten steigen könnte. Der Zustand von mindestens vier Menschen sei kritisch.

Vertreter der Regierung Indiens und des Bundesstaats Telangana kondolierten den Angehörigen. "Der Busunfall in Jagtial in Telangana ist über alle Massen schockierend. Mich schmerzt der Verlust von Leben. Meine Gedanken und meine Solidarität mit den Familien der Hinterbliebenen. Ich bete, dass die Verletzten sich schnell erholen", schrieb Premierminister Narendra Modi auf Twitter.

Regierungsvertreter des Bundesstaates kündigten eine Entschädigung von 500'000 Rupien, umgerechnet knapp 6700 Franken, pro Familie für die Hinterbliebenen an, sowie einen geringeren Betrag für die Verletzten.

Indien hat weltweit die meisten Todesfälle durch Verkehrsunfälle. Durchschnittlich sterben jedes Jahr 135'000 Menschen auf den Strassen. Grund sind häufig schlechte Strassenverhältnisse, untaugliche Fahrzeuge und eine rücksichtslose Fahrweise. Hügelige Strassen sind während der Monsunzeit von Juni bis September besonders gefährlich.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Das Schaulaufen beginnt - FDP und CVP entscheiden über Bundesrats-Kandidaturen
Schweiz

Das Schaulaufen beginnt - FDP und CVP entscheiden über Bundesrats-Kandidaturen

Das Schaulaufen im Bundeshaus hat begonnen. Die CVP- und die FDP-Fraktion haben sich zurückgezogen, um ihre Bundesratskandidatinnen und -kandidaten zu nominieren. Diese werden nun der Reihe nach angehört. Der Entscheid wird für den frühen Abend erwartet.

Der Tierpark Goldau hat neu eine Fuchsanlage
Regional

Der Tierpark Goldau hat neu eine Fuchsanlage

Im Natur- und Tierpark Goldau müssen die Füchse nicht mehr ihren Lebensraum mit dem Dachs teilen. Sie haben neu eine eigene Anlage.

Rappen spalten: Teuerung in der Schweiz frisst Lohnerhöhung weg
Wirtschaft

Rappen spalten: Teuerung in der Schweiz frisst Lohnerhöhung weg

Die Mitarbeitenden mit einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) haben dieses Jahr zwar etwas mehr Lohn erhalten. Davon können sich die Leute aber nicht mehr kaufen: Denn wegen der Teuerung dürften die Reallöhne sinken, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Freitag mitteilte.

AfD-Fraktionschefin Weidel weist
Regional

AfD-Fraktionschefin Weidel weist "Vorwürfe" in Spendenaffäre zurück

Die deutsche AfD-Fraktionschefin Alice Weidel hat alle Vorwürfe gegen sie in der Spendenaffäre ihrer Partei zurückgewiesen. Die Anschuldigungen seien ihr bisher nur aus den Medien bekannt, teilte sie am Freitag in Berlin mit.