Cassis bekräftigt Schweizer Unterstützung in der Afghanistan-Krise


News Redaktion
Schweiz / 21.10.21 16:25

Die Schweiz wolle weiterhin tatkräftig mithelfen, um die humanitäre Krise in Afghanistan zu bewältigen. Dies sagte Aussenminister Ignazio Cassis bei einem Treffen mit Uno-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi in Bern.

Uno-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi (links) beim Treffen mit Aussenminister Ignazio Cassis am Donnerstag in Bern. (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Uno-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi (links) beim Treffen mit Aussenminister Ignazio Cassis am Donnerstag in Bern. (FOTO: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Cassis habe Grandi über die zusätzlichen Mittel informiert, die die Schweiz für die Hilfe in Afghanistan zur Verfügung stellen wolle, teilte das Eidgenössische Aussendepartement (EDA) am Donnerstag mit. Der Bundesrat hatte Anfang September einen zusätzlichen Betrag von 33 Millionen Franken beschlossen, der dazu dienen soll, die humanitäre Krise in Afghanistan zu bewältigen.

Diese zusätzliche Hilfe muss in der kommenden Wintersession noch vom Parlament genehmigt werden. Insgesamt will die Schweiz die Bevölkerung in Afghanistan in den kommenden 16 Monaten mit rund sechzig Millionen Franken unterstützen.

Das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ist einer der grössten Partner in der humanitären Hilfe der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). An dem Treffen in Bern nahm auch Deza-Direktorin Patricia Danzi teil.

Grandi betonte bei dem Treffen mit Cassis, wie wichtig die dringende und nachhaltige Unterstützung der Afghaninnen und Afghanen innerhalb des Landes und der ins Ausland geflohenen Menschen sei, wie das UNHCR mitteilte. Grandi begrüsse den Entscheid der Schweiz, zusätzliche Mittel für Afghanistan bereitzustellen.

Gleichzeitig habe Grandi bei dem Treffen zum Ausdruck gebracht, wie wichtig die Resettlement-Programme seien - insbesondere für gefährdete Personen wie Frauen und Kinder in Afghanistan. Dies sei eine weitere Möglichkeit, Solidarität mit Afghanistan zu zeigen.

Resettlement bedeutet die Umsiedlung von besonders schutzbedürftigen Menschen aus einem Erstaufnahmeland in ein sicheres Drittland. Beim Resettlement sind Personen bereits vom UNHCR als Flüchtlinge anerkannt, bevor sie in ein anderes Land gebracht werden.

Am 7. Oktober hatte Grandi gefordert, dass die europäischen Staaten in den nächsten fünf Jahren 42500 Resettlementplätze für afghanische Flüchtlinge schaffen sollten. Die Schweiz nimmt dieses Jahr 800 solche Flüchtlinge auf.

In der vergangenen Herbstsession hatten SP, Grüne und Grünliberale angesichts der humanitären Krise in Afghanistan gefordert, dieses Kontingent deutlich zu erhöhen. Justizministerin Karin Keller-Sutter erklärte jedoch, für die Schweiz habe die Hilfe vor Ort Priorität.

(sda)


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