Vergifteter Kremlkritiker Nawalny aus Berliner Spital entlassen


News Redaktion
International / 23.09.20 10:34

Der vergiftete Kremlkritiker Alexej Nawalny ist am Dienstag aus der Berliner Charité entlassen worden. Das teilte das Spital am Mittwoch mit. Der Gesundheitszustand Nawalnys habe sich "soweit gebessert, dass die akutmedizinische Behandlung beendet werden konnte".

HANDOUT - Das Foto zeigt Alexej Nawalny, das der russische Oppositionsführer am Dienstag, den 22. September 2020 auf seinem Instagram-Account veröffentlicht hat. Nach 32-tägiger Behandlung ist der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny aus der Berliner Charité entlassen worden. Foto: Uncredited/navalny/Instagram/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/navalny/Instagram/AP/Uncredited)
HANDOUT - Das Foto zeigt Alexej Nawalny, das der russische Oppositionsführer am Dienstag, den 22. September 2020 auf seinem Instagram-Account veröffentlicht hat. Nach 32-tägiger Behandlung ist der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny aus der Berliner Charité entlassen worden. Foto: Uncredited/navalny/Instagram/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/navalny/Instagram/AP/Uncredited)

Der Patient sei am Dienstag aus der stationären Behandlung entlassen worden. Der Gesundheitszustand Nawalnys habe sich soweit gebessert, dass die akutmedizinische Behandlung beendet werden konnte.

Die behandelnden Ärzte in Deutschland halten auf Grund des bisherigen Verlaufs und des aktuellen Zustandes des Patienten eine vollständige Genesung für möglich, erklärte die Klinik weiter. Eventuelle Langzeitfolgen der schweren Vergiftung können aber erst im weiteren Verlauf beurteilt werden. Nawalny hatte nach Klinikangaben 24 Tage auf einer Intensivstation gelegen. Zuletzt hatte sich sein Zustand gebessert.

Zum aktuellen Aufenthaltsort Nawalnys machte die Charité keine Angaben. Die öffentliche Mitteilung zum Gesundheitszustand von Herrn Nawalny erfolgt im Einvernehmen mit ihm und seiner Ehefrau, hiess es nur.

Der 44-Jährige hatte seinen Weg der Genesung zuletzt mit mehreren Instagram-Fotos dokumentiert. Er dankte bereits in einer am Samstag veröffentlichten Nachricht den brillanten Ärzten der Klinik. Noch vor kurzem aber habe er nicht einmal Menschen erkannt und nicht begriffen, wie das Reden geht. Das hat mich zur Verzweiflung getrieben, weil ich ja im Grunde schon verstanden habe, was der Doktor will, aber ich wusste nicht, woher ich die Worte nehmen soll.

Nawalny wies dabei auch darauf hin, dass es noch viele Probleme zu lösen gebe. Das Telefon fühle sich in der Hand an wie ein Stein. Und sich selbst Wasser einschenken ist eine richtige Attraktion.

Der 44-Jährige war am 20. August auf einem Flug von der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau zusammengebrochen. Nach einer Zwischenlandung wegen des Notfalls wurde er in Omsk im Krankenhaus behandelt. Am 22. August war Nawalny auf Drängen seiner Familie nach Deutschland ausgeflogen worden.

Wochenlang lag er in einem künstlichen Koma. Nach Angaben von Speziallaboren wurde er mit einem international verbotenen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Russland weist bisher alle Vorwürfe zurück, dass auf Nawalny ein Anschlag mit dem Gift verübt worden sein soll.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Bayer stärkt mit Milliardenübernahme Geschäft mit Zelltherapien
Wirtschaft

Bayer stärkt mit Milliardenübernahme Geschäft mit Zelltherapien

Bayer baut sein Geschäft mit Zell- und Gentherapien mit der Milliardenübernahme des US-Unternehmens Asklepios BioPharmaceutical aus. Für den Kauf von AskBio flössen zunächst zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,8 Mrd Fr.).

Kanton Luzern stoppt vorsorglich Bauvorhaben in Altbüron LU
Regional

Kanton Luzern stoppt vorsorglich Bauvorhaben in Altbüron LU

Die Gemeinde Altbüron LU hat auf einer potenziellen Rückzonungsfläche eine Baubewilligung erteilt. Der Kanton Luzern hat nun für das Gebiet eine kantonale Planungszone erlassen, damit dort vorderhand keine weiteren Gebäude bewilligt oder sogar gebaut werden können.

Weitere Ausschreitungen nach Tod eines Schwarzen in Philadelphia
International

Weitere Ausschreitungen nach Tod eines Schwarzen in Philadelphia

Nach dem Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse hat es in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania die zweite Nacht in Folge Ausschreitungen gegeben.

Bund rechnet mit coronabedingtem Defizit von 20 Milliarden Franken
Schweiz

Bund rechnet mit coronabedingtem Defizit von 20 Milliarden Franken

Für das laufende Jahr rechnet der Bund mit einem Defizit von 20 Milliarden Franken. Davon sind 18,1 Milliarden auf die ausserordentlichen Ausgaben zur Abfederung der Corona-Pandemie zurückzuführen. Das zeigt die zweite Hochrechnung des Bundesrats.