Chelseas Trainer Tuchel vor einem Kunststück


Roman Spirig
Sport / 05.05.21 11:00

Das unter Trainer Thomas Tuchel aufstrebende Chelsea gegen Zinédine Zidanes siegesgewisses Real Madrid. Das zweite Halbfinal-Rückspiel der Champions League von heute Mittwoch bietet eine reizvolle Affiche. Das 1:1 im Hinspiel lässt alles offen.

Chelseas Trainer Tuchel vor einem Kunststück (Foto: KEYSTONE / EPA / Ian Walton / POOL)
Chelseas Trainer Tuchel vor einem Kunststück (Foto: KEYSTONE / EPA / Ian Walton / POOL)

Es ist auch vor dem sportpolitischen Hintergrund ein brisantes Duell: Real Madrid, Rädelsführer in den Bemühungen um eine sogenannte Super League, gastiert beim FC Chelsea, der sich als Erster der zwölf Gründer von dem Milliardenprojekt distanziert hat.

Chelseas deutscher Trainer Thomas Tuchel steht derweil vor einem Kunststück: Nach dem 1:1 von letzter Woche in Madrid hat er beste Chancen, innerhalb eines Jahres mit zwei verschiedenen Vereinen den Champions-League-Final zu erreichen. Wir sind bereit für einen grossen Kampf, sagte der 47-Jährige auf der Website des Klubs.

Real Madrid und den Stars um Karim Benzema und Co. droht derweil bei einer Niederlage ein langer Abschied aus Europa. Denn Präsident Florentino Pérez hält weiter stur an seinen Plänen fest. Die UEFA hat harte Strafen gegen Anführer der umstrittenen Aktion nicht ausgeschlossen.

Madrider Medien befürchten sogar einen Ausschluss aus der Königsklasse in der kommenden Saison. Davon bedroht seien wie Real auch Barcelona und Juventus Turin, die alle der Superliga noch keine Absage erteilt haben.

UEFA-Chef Aleksander Ceferin sprach jüngst von unterschiedlichen Strafen. Auf der einen Seite für die neun Mitgründer-Klubs, die abgesprungen sind; auf der anderen diejenigen, die denken, dass die Erde eine Scheibe ist und die Super League immer noch existiert, wie sich der Slowene vor wenigen Tagen äusserte.

Die Medien aus Madrid sind aber davon überzeugt, dass ein Ausschluss Reals auch gegenüber den Sponsoren schwer durchzusetzen sein würde, wenn Real den fünften Champions-League-Titel seit 2014 einfährt.

Ungeachtet des schmeichelhaften 1:1 im Hinspiel geben die Madrilenen im Duell gegen den formstarken FC Chelsea noch lange nicht auf. Wir werden immer stärker, und wir wollen beide Titel holen (Liga und Champions League), sagte Verteidiger Eder Militão nach dem 2:0-Sieg am Samstag gegen Osasuna.

Leicht dürfte es für Chelsea nicht werden. Real ist immerhin seit 19 Spielen in Serie ohne Niederlage. Die Abwehr macht einen sicheren Eindruck, und in London werden Sergio Ramos und Ferland Mendy wieder dabei. Trainer Zinédine Zidane muss zwar in der Verteidigung auf die verletzten Raphaël Varane, Dani Carvajal und Lucas Vazquez verzichten. Aber er setzt im Mittelfeld auf sein gegen Osasuna geschontes Kreativ-Duo. Kroos und Modric haben sich ausruhen können, und das ist gut.

Seit Tuchel das Traineramt bei Chelsea im Januar übernommen hat, geht es mit Chelsea bergauf. Vier Runde vor dem Ende der Premier League haben die Blues gute Chancen, den 4. Platz zu halten, dank dem sie auch in der nächsten Champions League dabei wären.

(sda)


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