Chris Froome im Spital: Das Aus für die Tour de France


Roman Spirig
Sport / 12.06.19 21:02

Chris Froome kann die in gut drei Wochen beginnende Tour de France nicht bestreiten. Der Brite erlitt am Mittwoch bei einem schweren Sturz einen offenen Oberschenkelbruch, der ihn zu einer langen Pause zwingt.

Chris Froome im Spital: Das Aus für die Tour de France (Foto: KEYSTONE /  / )
Chris Froome im Spital: Das Aus für die Tour de France

Froome stürzte im Rahmen des Critériums du Dauphiné, bei der Streckenbesichtigung des Zeitfahrens in einer Abfahrt. Der 34-Jährige war zum Zeitpunkt des Unfalls - begleitet von seinem niederländischen Teamkollegen Wout Poels - mit rund 60 Stundenkilometern unterwegs, als er offensichtlich von einer Windböe erfasst wurde und anschliessend in eine Mauer prallte.

"Es war ein schwerer Unfall, und es ist klar, er wird nicht bei der Tour starten", sagte Ineos-Teammanager Dave Brailsford dem TV-Sender France 3, "er konnte kaum sprechen." Neben dem Oberschenkel brach sich Froome auch noch einen Ellbogen und mehrere Rippen. Nach der Erstversorgung in Roanne wurde Froome mit einem Helikopter in eine Klinik nach Saint-Etienne gebracht.

Der in Kenias Hauptstadt Nairobi geborene Froome war in dieser Saison nur schwer in die Gänge gekommen. Er errang keinen einzigen Sieg. Bei der Tour of the Alps im April schaffte er es zweimal wenigstens in die Top 10 einer Etappe. Doch dies will bei einem wie ihm nichts heissen, im Juli war er bis anhin praktisch immer bereit. Am Dauphiné hätte ein aussagekräftiger Formtest Aufschluss darüber geben sollen, ob der inzwischen 34-Jährige die Tour de France ein fünftes Mal gewinnen kann.

Vor seinen ersten drei Tour-Siegen 2013, 2015 und 2016 hatte Froome den Dauphiné jeweils gewonnen. Im Vorjahr hatte er als Titelverteidiger nach dem Sieg im Giro d'Italia beim Tour-Triumph seines Teamkollegen Geraint Thomas den 3. Platz belegt. Sein Erfolg im Giro 2018 war bis heute sein bisher letzter überhaupt.

Damit trägt der Brite Thomas, der ab Samstag die Tour de Suisse bestreitet, heuer die Hoffnungen von Ineos, wie das ehemalige Sky-Team nach dem Sponsor-Wechsel inzwischen heisst. Unterstützt wird Thomas vom starken Kolumbianer Egan Bernal.

Auch Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme reagierte geschockt auf die Nachricht vom schweren Unfall von Froome. "Wir wünschen ihm die beste Genesung", sagte der Franzose. Froome sei seit über sechs Jahren "die zentrale Figur bei der Tour de France gewesen".

Froome ist in der Vergangenheit schon einige Male gestürzt, doch immer kam er mit vergleichsweise harmlosen Verletzungen davon. Letztes Jahr war der Brite in Jerusalem - ebenfalls bei einer Streckenbesichtigung - vor dem Auftakt-Zeitfahren zum Giro gestürzt. Letztlich beendete er die Rundfahrt als Sieger.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Rotenfluebahn-Gondel stürzt rund 20 Meter in die Tiefe
Regional

Rotenfluebahn-Gondel stürzt rund 20 Meter in die Tiefe

Eine Gondel der Rotenfluebahn im Kanton Schwyz ist am Sonntagvormittag bei der Talfahrt rund 20 Meter abgestürzt. In der Gondel befanden sich keine Personen, verletzt wurde niemand. Zum Unfallzeitpunkt herrschten starke Winde.

Nicht gewählt! Prominent zu sein nützte auch bei dieser Wahl nicht viel
Schweiz

Nicht gewählt! Prominent zu sein nützte auch bei dieser Wahl nicht viel

Von Milieuanwalt Valentin Landmann über Bob-Olympiasieger Erich Schärer bis zu den Sportler-Gattinnen Valérie Favre Accola und Nadja Günthör reichte diesmal die Palette der Prominenten, die sich um einen Nationalratssitz bewarben. Gelangt hat es fast niemandem.

Schweizer Tabak-Anbauflächen auf unter 400 Hektaren geschrumpft
Schweiz

Schweizer Tabak-Anbauflächen auf unter 400 Hektaren geschrumpft

Die Flächen, auf denen in der Schweiz Tabak angepflanzt wird, schrumpfen. Auch die Zahl der Produzentinnen und Produzenten ist insgesamt zurückgegangen, auch wenn ab und an ein Pflanzer neu einsteigt.

Rotenfluebahn-Gondel bei Bergfahrt abgestürzt - niemand verletzt
Regional

Rotenfluebahn-Gondel bei Bergfahrt abgestürzt - niemand verletzt

Eine Gondel der Rotenfluebahn von Rickenbach ob Schwyz auf die Rotenflue in der Mythenregion ist am Sonntagvormittag kurz nach 11 Uhr bei der Bergfahrt abgestürzt. In der Gondel befanden sich keine Personen, verletzt wurde niemand.