Christoph von Rotz zum höchsten Obwaldner gewählt


News Redaktion
Regional / 25.06.21 10:16

Der Kantonsrat Obwalden hat einen neuen Präsidenten: Das Parlament ernannte am Freitag Christoph von Rotz (SVP) in stiller Wahl zum höchsten Obwaldner für das Amtsjahr 2021/22. Der 54-jährige Informatiker und passionierte Segler löst im Amt Cornelia Kaufmann (CVP) ab.

Christoph von Rotz leitet im kommenden Amtsjahr den Obwaldner Kantonsrat. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Christoph von Rotz leitet im kommenden Amtsjahr den Obwaldner Kantonsrat. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Der neue Ratspräsident ist ein altbekanntes Gesicht in der Obwaldner Politik. Von Rotz gehörte von 2002 bis 2008 dem Kantonsrat an und wechselte dann für eine Legislatur in den Nationalrat. Nach seiner Abwahl 2011 schaffte der Informatiker 2014 in seiner Wohngemeinde Sarnen wieder den Sprung ins Kantonsparlament.

In seiner Antrittsrede bedankte sich der neue Präsident bei den Wählerinnen und Wählern, die ihn nun mehrmals in ein politisches Amt gewählt und es ihm ermöglicht hätten, dass Politik zu seiner Leidenschaft werden konnte.

Von Rotz hatte den Kantonsrätinnen und Kantonsräten zum Antritt einen Stein aufs Pult gelegt. Die Parlamentsmitglieder legten diesen zur Seite und erhielten dafür vom neuen Präsidenten Lob.

Sie hätten den Stein einfach zur Seite gelegt und damit das Problem pragmatisch aus dem Weg geräumt, sagte von Rotz. Das erhoffe er sich auch für sein Amtsjahr, nämlich dass Probleme gelöst und die Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger bewahrt würden.

Neue Vizepräsidentin ist Regula Gerig (CSP). Dominik Rohrer (CVP) und André Windlin (FDP) wurden als Stimmenzähler bestätigt. Hubert Schumacher (SVP) wurde als dritter Stimmenzähler neu in die Ratsleitung gewählt, auf 38 der 54 ausgeteilten Stimmzettel stand sein Name. Somit gehören zwei SVP-Mitglieder der Ratsleitung an.

Die SVP steht auch in der Regierung an der Spitze: Volkswirtschaftsdirektor Daniel Wyler wurde zum Landammann gewählt. Der 61-Jährige sitzt seit 2018 in der Obwaldner Kantonsregierung, zuvor politisierte der Jurist, der im Gesundheitswesen tätig war, sieben Jahre im Kantonsrat, wo er auch Fraktionspräsident der SVP war.

Zur Landesstatthalterin gewählt wurde Maya Büchi-Kaiser (FDP). Sie war bereits 2019 in dieses Amt gewählt worden und wäre entsprechend 2020 zur Frau Landammann aufgestiegen. Sie verzichtete damals aber auf dieses Amt, wegen der Herausforderungen, vor denen der Kanton nicht zuletzt wegen der Coronakrise stehe.

Roland Kurz (FDP) sagte, Maya Büchi-Kaiser habe damals ihre persönlichen Ambitionen auf das ehrenvolle Amt zurückgestellt zugunsten des Kantons. Nun stehe es ihr zu. Sie führe mit dem Finanz- und dem Gesundheitsdepartement aktuell ein Schlüsseldepartement. Man hätte uns nicht besser durch die Krise führen können, lobte Kurz.

Etwas anders sah dies die CVP, die sich bei der Wahl der Stimme enthielt: Marcel Jöri sagte, die Fraktion sehe keine Fortschritte in den Bereichen, die damals für den Amtsverzicht aufgeführt worden seien. Zudem stehe den Regierungsräten das Amt nach dem Anciennitätsprinzip zu, sie sollten sich an diese Reihenfolge halten und nicht ablehnen, wenn es ihnen gerade nicht gelegen komme.

(sda)


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