Der Kanton Zug legt umstrittene Richtplananpassung öffentlich auf


Roman Spirig
Regional / 08.08.19 10:17

Der Kanton Zug legt eine Richtplananpassung zur öffentlichen Mitwirkung auf. Von den betroffenen Kapiteln ist insbesondere eine geplante Änderung beim Perimeter für den Kiesabbau umstritten.

Der Kanton Zug legt umstrittene Richtplananpassung öffentlich auf (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
Der Kanton Zug legt umstrittene Richtplananpassung öffentlich auf (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)

Weil die Reserven der zwei bestehenden Zuger Kiesgruben zu Ende gehen, wurde bereits 2009 das Abbaugebiet Hatwil/Hubletzen in Cham als Zwischenergebnis im Richtplan eingetragen. Im neuen Richtplan soll nun eine definitive Abgrenzung vorgenommen und das Gebiet mit einem gegenüber heute veränderten Perimeter festgesetzt werden, wie die Zuger Baudirektion am Donnerstag mitteilte.

Dagegen wehrt sich allerdings die Standortgemeinde. Der Abbau im Gebiet könnte laut einem von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten das Grundwasser beeinträchtigen und ein Naturschutzgebiet gefährden. Der Richtplanentwurf liegt bis am 8. Oktober auf. Danach überarbeitet die Baudirektion die Vorlage, die Regierung unterbreitet sie schliesslich dem Kantonsrat zum Beschluss.

Eine weitere Änderung betrifft die Waldgrenzen. Diese waren bislang im Richtplan als dynamisch festgehalten, weil sich die Waldgrenze verschieben kann, wenn Boden nicht bewirtschaftet wird. Eine solche Bestockung gilt spätestens nach 20 Jahren als Wald.

Mit einer neu statisch festgelegten Waldgrenze will der Kanton eine unerwünschte Ausdehnung des Waldes verhindern. Zudem verursachten dynamische Grenzen Abgrenzungsprobleme und einen grossen Aufwand in der Geodaten-Nachführung.

Eine Anpassung ans 2011 revidierte Bundesrecht nimmt der Kanton überdies beim Gewässerraum vor. Dieser muss grundeigentümerverbindlich auf Stufe Nutzungsplanung festgelegt werden. Innerhalb des Gewässerraums gilt ein Bauverbot für Bauten und Anlagen, ausserdem darf diese Landfläche nur noch extensiv genutzt werden.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Jeder zweite in der Schweiz will ein E-Auto kaufen
Schweiz

Jeder zweite in der Schweiz will ein E-Auto kaufen

Die Bevölkerung ist in Bezug auf ihr Mobilitätsverhalten zwischen Wunsch und Wirklichkeit hin- und hergerissen. Danach gefragt, welche Mobilitätsform man in den nächsten Jahren vermehrt nutzen will, werden Elektroautos am meisten genannt. Die Realität auf Schweizer Strassen ist aber eine andere. Elektroautos machen erst 3% aus.

Tännler unterliegt: Matthias Michel sichert der Zuger FDP den Ständeratssitz
Regional

Tännler unterliegt: Matthias Michel sichert der Zuger FDP den Ständeratssitz

Die Zuger FDP ist weiterhin im Ständerat vertreten: Alt Regierungsrat Matthias Michel verteidigte in der Stichwahl den Sitz des abtretenden Joachim Eder. Das Nachsehen hatten Heinz Tännler (SVP) und Tabea Zimmermann von der Alternative - die Grünen (ALG).

Lucerne Festival untersucht Mobbing-Vorwürfe gegen Intendanten
Regional

Lucerne Festival untersucht Mobbing-Vorwürfe gegen Intendanten

Der Stiftungsrat des Lucerne Festival geht Mobbing-Vorwürfen gegen den Intendanten Michael Haefliger nach. Die Kritik kommt vom Leiter der Nachwuchs-Sektion. Eine Anwaltskanzlei soll die Sache nun extern untersuchen.

Boeing findet für Unglücksmaschine 737 Max etliche Käufer
Wirtschaft

Boeing findet für Unglücksmaschine 737 Max etliche Käufer

Das nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Boeing-Flugzeugmodell 737 Max entpuppt sich auf der Luftfahrtmesse in Dubai als Verkaufsschlager. Verschiedene Fluggesellschaften kündigten dort Bestellungen von insgesamt bis zu 50 Maschinen des Typs im Wert von rund 6 Milliarden Dollar an.