Der Klimawandel schadet den Zürcher Gewässern


News Redaktion
Schweiz / 18.01.23 10:23

Der Zustand der Zürcher Seen, Flüsse und Grundwasservorkommen hat sich in den vergangenen fünf Jahren leicht verbessert. Die Erfolge beim Gewässerschutz könnten nun aber durch den Klimawandel wieder zunichte gemacht werden.

Den Zürcher Gewässern geht es zwar etwas besser. Der Klimawandel könnte die Erfolge des Gewässerschutzes jedoch zunichtemachen. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Den Zürcher Gewässern geht es zwar etwas besser. Der Klimawandel könnte die Erfolge des Gewässerschutzes jedoch zunichtemachen. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Die Schweiz sei zwar ganz vorne mit dabei beim Gewässerschutz, wie Baudirektor Martin Neukom (Grüne) am Mittwoch vor den Medien sagte. Doch noch immer gelangen zu viele Nährstoffe, Pestizide und andere Schadstoffe in Flüsse und Seen, wie der jüngste Gewässerbericht zeigt.

Erste Fortschritte gibt es bei den Mikroverunreinigungen. Das sind beispielsweise Rückstände von Medikamenten, Kosmetika und Pestiziden. Zur Verbesserung beigetragen hat hier, dass inzwischen sieben Abwasserreinigungsanlagen (ARA) mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe ausgestattet sind, die solche Mikroverunreinigungen herausfiltern können. Bis zum Jahr 2035 sollen 34 ARA so aufgerüstet sein.

Ein Indikator für die Wasserqualität sind die Fische. Während in den Seen die Lage relativ entspannt ist, macht der Fischbestand in Fliessgewässern Sorgen. Hier hat die Anzahl der gefangenen Fische seit den 80-er Jahren rapide abgenommen. Die Entwicklung sei besorgniserregend und die Gründe dafür seien nicht genau bekannt sondern sehr vielschichtig.

Ein Grund sind Mikroverunreinigungen für die rund 300 Stoffe verantwortlich sind. Hier sind neue Stoffe hinzugekommen. Diese können teils schon in geringer Konzentration sehr giftig für die Fische sein oder auch zusammen mit anderen Stoffen gefährlich werden. Besonders problematisch sind hochtoxische Insektizide.

Auch der Klimawandel wirkt sich auf die Gewässer aus, durch höhere Wassertemperaturen und niedrigere Wasserstände. Höhere Wassertemperaturen bedeuten für die Fische weniger Sauerstoff und bei weniger Wasser werden Schadstoffen nicht mehr so stark verdünnt.

Dies bedeutet zusätzlichen Stress für die Fische, wodurch sie auch anfälliger für Krankheiten werden. Andererseits führt der Klimawandel zu Überschwemmungen, wodurch der Laich teilweise zerstört wird.

In den Seen führen die steigenden Wassertemperaturen dazu, dass sich das oberflächliche Wasser im Winter weniger mit dem Wasser in tiefen Schichten mischt. Dadurch gelangt weniger Sauerstoff in die Tiefe, was weitreichende Auswirkungen auf das Ökosystem hat, so wird etwa das Algenwachstum begünstigt.

"Der Zustand unserer Gewässer hängt auch davon ab, ob es global gelingt, das Klima zu stabilisieren", sagte Neukom.

(sda)


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