Der Wecker könnte bei Zürcher Schülern später klingeln


Roman Spirig
Regional / 21.04.21 20:20

Ob ausgeschlafene Schüler die aufgeweckteren Schüler sind, soll der Zürcher Stadtrat mit einem Pilotprojekt abklären. Das Stadtparlament hat ein entsprechendes Postulat am Mittwochabend trotz vieler offener Fragen überwiesen.

Der Wecker könnte bei Zürcher Schülern später klingeln (Foto: KEYSTONE / AP / JOERG SARBACH)
Der Wecker könnte bei Zürcher Schülern später klingeln (Foto: KEYSTONE / AP / JOERG SARBACH)

An der Sekundarschule soll im Rahmen eines Pilotprojektes der Schulbeginn von 7.30 Uhr auf 8.20 Uhr verschoben werden, regten die AL-Gemeinderäte Maillard Patrik und David Garcia Nuñez in ihrem Postulat an. Wegen des Schulbeginns am frühen Morgen würde viele Jugendliche unter einem Schlafdefizit leiden, was deren Schulleistungen und Wohlbefinden beeinträchtige, begründete Nuñez den Vorstoss.

In der Ratsdebatte stellten mehrere Redner in Frage, ob eine Verschiebung der ersten Schulstunde wirklich sinnvoll sei. Von bürgerlicher Seite wurde etwa darauf hingewiesen, dass die Arbeitswelt früher starte: Ein Lehrling eines gewerblichen Berufs könne auch nicht erst um halb neun Uhr starten, formulierte es Christian Huser (FDP).

Einen gravierenden Haken machte Balz Bürgisser (Grüne) aus: Ein späterer Schulbeginn bedeutet auch einen späteren Schulschluss. Dies könnte der Todesstoss für die Sport- und Vereinsarbeit sein. Dauere die letzte Schulstunde bis halb sechs Uhr, seien die Schülerinnen und Schüler wohl auch nicht aufnahmefähiger als am frühen Morgen, sagte Yasmine Bourgeois (FDP).

Da es sich vorerst um einen Versuch handelt, mit dem Erkenntnisse gewonnen werden sollen, fand das Postulat dennoch eine klare Zustimmung. Es wurde mit 102 zu 17 Stimmen an den Stadtrat überwiesen.

(sda)


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