Deshalb will Luzerner Stadtrat kein Versprechen für Bahnhof-Park abgeben


Roman Spirig
Regional / 30.09.21 15:47

Wenn die Gleise beim Bau des Durchgangsbahnhofs in Luzern dereinst in den Untergrund verlegt werden, würden an der Oberfläche mehrere Hektaren frei. Bereits jetzt festzulegen, dass dort auf einer Mindestfläche ein Park entstehen soll, findet der Stadtrat aber verfrüht.

Deshalb will Luzerner Stadtrat kein Versprechen für Bahnhof-Park abgeben (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Deshalb will Luzerner Stadtrat kein Versprechen für Bahnhof-Park abgeben (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Ein Drittel der frei werdenden Fläche beim Bahnhof solle für einen Stadtpark gesichert werden, fordert Marco Müller (Güne) in einer Motion. Freiräume in dicht besiedeltem Gebiet seien wichtig. Darin widerspricht ihm der Stadtrat nicht, wie er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort festhält.

Allerdings sei das Anliegen zum heutigen Zeitpunkt nicht umsetzbar, da die Bau- und Zonenordnung, in der es festgehalten werden müsste, einen Planungshorizont von 10 bis 15 Jahren habe, das Thema aber erst nach 2040 aktuell würde.

Die Stadtregierung ist bereit, das Anliegen in der weniger verbindlichen Form eines Postulats entgegenzunehmen. Sie will das Thema in einem Freiraumkonzept vertieft prüfen.

Es sei nämlich noch nicht klar, wie viel Fläche überhaupt freigespielt werden könnte. Ging man ursprünglich noch von sechs Hektaren aus, seien es nun weniger, da die Zentralbahn weiterhin Abstellanlagen im Bahnhofsraum benötige. Erst 2026, wenn das Angebotskonzept bekannt sei, wisse man Näheres, schreibt der Stadtrat.

Die Flächen gehören den SBB, die diese als Installationsplätze benutzt. Frühestens 2040 wären sie verfügbar und müssten eingezont werden. Der Stadtrat wolle keine konkreten Versprechungen zu einer Einzonung in mehreren Jahren machen, viel mehr wolle er Spielraum für nachfolgende Generationen offen lassen.

Teilweise entgegennehmen will der Stadtrat dagegen eine zweite Motion aus dem Lager der Grünen: Sie fordert einen Planungsbericht für die Entwicklung des Areals Kleinmatt/Biregg beim Neubad. Darin sollen unter anderem Mietsätze für hundert Kleinwohnungen festgehalten werden.

Der Stadtrat werde bis Ende 2022 eine Machbarkeitsstudie mit Bebauungsvarianten erarbeiten. Ein Planungsbericht soll dann Mitte 2023 dem Stadtparlament vorgelegt werden. Nur teilweise entgegennehmen will er den Vorstoss, weil ein fixierter Mietzins einen Einnahmenverzicht bringen könnte.

(sda)


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