Deutlich mehr Arbeit für Zuger Ombudsstelle im Coronajahr 2020


Roman Spirig
Regional / 12.04.21 16:31

Bei der Ombudsstelle Kanton Zug sind 2020 deutlich mehr Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern eingegangen als in den Vorjahren. Waren es 2017 bis 2019 121 bis 147 Fälle pro Jahr, so waren es 2020 175, wie die Ombudsfrau Bernadette Zürcher in ihrem am Montag publizierten Jahresbericht schreibt.

Deutlich mehr Arbeit für Zuger Ombudsstelle im Coronajahr 2020 (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)
Deutlich mehr Arbeit für Zuger Ombudsstelle im Coronajahr 2020 (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)

Die Ombudsstelle habe damit eine maximale Auslastung erreicht, hiess es in dem Jahresbericht. Inwieweit der Anstieg der Beschwerden mit der Pandemie zu tun habe, lasse sich nur schwer abschätzen. Es seien aber einige Beschwerden zum Thema Corona eingetroffen.

Bei den Problemen zwischen der Verwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern geht es oft um die Verständigung. Ombudsfrau Zürcher schreibt, dass sich die Arbeitswelt und damit die Kommunikation durch die Pandemie rasant digitalisiert und verändert habe. Das geschriebene Wort sei wichtiger geworden, die nonverbale Kommunikation rücke immer mehr in den Hintergrund.

Bei der nichtsprachlichen Verständigung geht es etwa um Mimik, Gestik, Haltung, Bewegung oder die Kleidung. Entfalle sie wie jetzt durch die Digitalisierung, berge dies die Gefahr von Kommunikationspannen, erklärte Zürcher. Personen, die nicht schreibgewandt oder nicht deutscher Muttersprache seien oder keinen Zugriff auf die digitalen Kommunikationsmittel hätten, würden benachteiligt.

Gemäss der Ombudsfrau kann dies dazu führen, dass die Verwaltung, welche gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern in Verwaltungssachen über einen Wissensvorsprung verfügt, im schriftlichen Verkehr nicht mehr richtig verstanden wird. Wenn etwa Rechtsmittelbelehrungen nicht mehr als solche erkannt würden, gehe ein wichtiger Bestandteil des Rechtsstaats verloren, heisst es im Jahresbericht. Im mündlichen Verkehr werde dagegen oft spontan nachgefragt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche Grünen-Politiker besorgt über Lage in Slowenien
International

Deutsche Grünen-Politiker besorgt über Lage in Slowenien

Zwei Wochen vor der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Slowenien haben sich deutsche Grünen-Politiker besorgt über die Lage in dem Land zwischen Alpen und Adria gezeigt.

Die Türkei und Wales dürfen nicht verlieren
Sport

Die Türkei und Wales dürfen nicht verlieren

In der Partie zwischen der Türkei und Wales am Mittwoch in Baku stehen beide Teams unter Zugzwang. Dem Verlierer droht das Verpassen der Achtelfinals.

Siegerprojekt Gravity: Campus Horw erhält zwei neue Hauptgebäude
Regional

Siegerprojekt Gravity: Campus Horw erhält zwei neue Hauptgebäude

Der Luzerner Regierungsrat hat einem Zürcher Planerteam den Zuschlag gegeben, den Campus Horw zu erneuern. Dessen Projekt "Gravity" (etwa: Schwerkraft) sieht neben den drei bestehenden Bauten zwei neue Hauptgebäude vor und soll dem Austausch fördern.

Deutsche Produzentenpreise mit stärkstem Anstieg seit 2008
Wirtschaft

Deutsche Produzentenpreise mit stärkstem Anstieg seit 2008

Ein viel beachteter Inflationsvorbote schlägt überraschend stark aus: Die deutschen Produzenten hoben ihre Preise im Mai so kräftig an wie seit annähernd 13 Jahren nicht mehr.