Deutlicher Prämienanstieg in den Ostschweizer Kantonen


News Redaktion
Schweiz / 27.09.22 14:51

In den Ostschweizer Kantonen liegt der Anstieg der Krankenkassenprämien überall über dem Schweizer Durchschnitt. Am stärksten fallen die Ausschläge in Appenzell Ausser- und Innerrhoden aus. Dort werden allerdings vergleichsweise tiefe Prämienbeträge erhöht.

In allen Ostschweizer Kantonen werden die Krankenversicherer die Prämien im nächsten Jahr erhöhen. Am grössten ist der Anstieg in Appenzell Innerrhoden. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
In allen Ostschweizer Kantonen werden die Krankenversicherer die Prämien im nächsten Jahr erhöhen. Am grössten ist der Anstieg in Appenzell Innerrhoden. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Für die ganze Schweiz werden die Krankenversicherer die Durchschnittsprämien für Erwachsene um 6,6 Prozent erhöhen. Begründet wird der Anstieg mit der Covid-19-Pandemie sowie mit einem Nachholeffekt: In den letzten beiden Jahren seien die verrechneten Prämien nicht kostendeckend gewesen, teilte der Bund am Dienstag mit.

In den Kantonen St. Gallen und Thurgau liegt der Anstieg leicht über dem Schweizer Schnitt: Für St. Gallen hat der Bund bei den Prämien für Erwachsene einen Anstieg um 6,9 und für den Thurgau um 7,1 Prozent berechnet.

Markant ist vor allem die Erhöhung in Appenzell Innerrhoden: Dort werden die Prämien für Erwachsene im nächsten Jahr um 9,5 Prozent angehoben, das ist der grösste Sprung aller Kantone. Die Standeskommission (Regierung) relativiert: Auch nach diesem Anstieg lägen die Prämienbeträge schweizweit "mit Abstand am tiefsten", heisst es in der Mitteilung vom Dienstag.

Der Anstieg hänge zu einem grossen Teil mit den vergangenen und erwarteten Gesundheitskosten zusammen. Weitere Gründe seien eine höheren Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen wie auch der medizinische Fortschritt, der die Kosten tendenziell steigen lasse. Die Standeskommission gehe davon aus, "dass der Prämienanstieg in den folgenden Jahren wieder gemässigter ausfallen wird".

Zahlen des Bundes zeigen die Höhe der durchschnittlichen Prämienbeträge in der Ostschweiz: Nimmt man die mittleren Prämien für Erwachsene, müssen im kommenden Jahr in Innerrhoden monatlich 280.90 Franken bezahlt werden. In Ausserrhoden werden es laut Berechnungen des Bundes 343.30 Franken sein. Im Kanton St. Gallen sind es 351.90 Franken und im Thurgau 354.30 Franken. Zum Vergleich: Für die ganze Schweiz wurden 397.20 Franken berechnet.

Dabei handelt sich allerdings um Durchschnittswerte. Sie können sich von den tatsächlichen Prämien stark unterscheiden, die die einzelnen Krankenversicherer im kommenden Jahr verlangen werden.

Ähnlich wie in Innerrhoden ist die Entwicklung in Appenzell Ausserrhoden. Die Prämien für Erwachsene werden um 8,2 Prozent erhöht. Die Steigerung erfolge von einem tiefen Niveau aus, erklärte Gesundheitschef Yves Noël Balmer (SP) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die mittlere Prämie liege betragsmässig immer noch 14 Prozent unter dem Schweizer Durchschnitt.

Wie in anderen Kantonen ist auch in Ausserrhoden der Nachholeffekt spürbar: Zwar seien die kostenintensiven spitalstationären Leistungen etwas gesunken. Im Gegenzug hätten sich die ambulanten Leistungen in Spitälern und Arztpraxen stark erhöht.

(sda)


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