Deutsche Wirtschaft ist zurück auf Wachstumskurs


News Redaktion
Wirtschaft / 30.07.21 10:43

Die deutsche Wirtschaft ist nach der Vollbremsung zu Jahresbeginn in der Corona-Pandemie wieder auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal 2021 gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent.

Die Konjunktur in Deutschland brummt wieder. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA/DANIEL REINHARDT)
Die Konjunktur in Deutschland brummt wieder. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/DPA/DANIEL REINHARDT)

Getragen wurde die Konjunkturerholung im Frühjahr vor allem von höheren privaten und staatlichen Konsumausgaben, wie den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts vom Freitag zu entnehmen ist.

Zu Jahresbeginn 2021 hatten neue Einschränkungen im Zuge der Bekämpfung des Coronavirus unter anderem mit Schliessungen von Teilen des Einzelhandels die deutsche Wirtschaft erneut ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte nach den jüngsten Daten im ersten Quartal noch um 2,1 Prozent. Ab Mai wurden die Einschränkungen schrittweise wieder gelockert.

Ökonomen gehen davon aus, dass der private Konsum den Wirtschaftsaufschwung in den kommenden Monaten antreiben wird. Bei den privaten Haushalten hatten die Lockdowns zu einem Konsumstau mit beispiellosem Sparen geführt.

Die Industrie klagt dagegen über Störungen in den globalen Lieferketten und Materialknappheit. Das Verarbeitende Gewerbe sitzt zwar auf prall gefüllten Orderbüchern, kann die Aufträge wegen Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten aber oft nicht abarbeiten.

Gegenüber dem zweiten Vierteljahr 2020 wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum April bis Juni 2021 preisbereinigt um 9,6 Prozent. Im ersten Lockdown nach Ausbruch der Corona-Pandemie im vergangenen Frühjahr war die Wirtschaftsleistung dramatisch eingebrochen.

Ökonomen trauen Europas grösster Volkswirtschaft in diesem Jahr insgesamt ein kräftiges Comeback zu. Wirtschaftsforschungsinstitute sagten zuletzt einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes zwischen 3,2 und 3,9 Prozent voraus. Im vergangenen Jahr hatte die Pandemie die deutsche Wirtschaft in die tiefste Rezession seit der globalen Finanzkrise 2009 gestürzt.

Für Unsicherheit sorgt derzeit neben Lieferengpässen allerdings die Ausbreitung der Delta-Variante des Corona-Virus. So hatte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Juli überraschend eingetrübt. Die vom Münchener Ifo-Institut befragten Unternehmen beurteilten insbesondere künftige Geschäfte skeptischer. Lieferengpässe bei Vorprodukten und Sorgen um wieder steigende Infektionszahlen belasten die deutsche Wirtschaft, erläuterte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Stadt Luzern bleibt trotz Minus im Budget 2022 gelassen
Regional

Stadt Luzern bleibt trotz Minus im Budget 2022 gelassen

Die Stadt Luzern budgetiert für 2022 ein Minus von 13 Millionen Franken, auch in den vier kommenden Jahren bleiben die Zahlen rot. Weil die laufende Rechnung deutlich besser abschliesst als prognostiziert, plant der Stadtrat vorerst weder Steuererhöhung noch Sparpaket.

Zuger FDP will Stadtpräsidium verteidigen
Regional

Zuger FDP will Stadtpräsidium verteidigen

In Zug will die FDP das Stadtpräsidium behalten. Sie soll in einem Jahr mit Eliane Birchmeier, der Vorsteherin des Baudepartements, den Sitz von Karl Kobelt verteidigen, der auf eine zweite Amtszeit als Stadtpräsident verzichtet und zurücktritt. Wie die Partei am Dienstag mitteilte, soll Birchmeier am 28. Oktober nominiert werden.

Uri lehnt Stimmrechtsalter 16 überraschend erneut ab
Regional

Uri lehnt Stimmrechtsalter 16 überraschend erneut ab

In Uri dürfen 16- und 17-Jährige auch künftig nicht an die Urne. Das Stimmvolk hat sich am Sonntag überraschend deutlich gegen die Senkung des Stimmrechtsalters ausgesprochen - zum zweiten Mal seit 2009. Glarus bleibt damit der einzige Kanton mit Stimmrechtsalter 16.

Nationalrats-Kommission bekräftigt: Gratistests sollen bleiben
Schweiz

Nationalrats-Kommission bekräftigt: Gratistests sollen bleiben

Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) fordert den Bundesrat erneut auf, die Corona-Gratistests für asymptomatische Personen beizubehalten, solange die erweiterte Zertifikatspflicht gilt. Auf eine eigene Vorlage verzichtet sie jedoch.