Die Häufung von Erdbeben im Wallis ist aussergewöhnlich


Roman Spirig
Schweiz / 06.11.19 15:34

Im Wallis kommt die Erde nicht zur Ruhe. Am Mittwochmorgen haben sich im Gebirgskanton erneut zahlreiche kleinere Erdbeben ereignet. Zwar war nur eines davon auch spürbar. Trotzdem handelt es sich bei einer derartigen Häufung von Erdbeben um eine Seltenheit.

Die Häufung von Erdbeben im Wallis ist aussergewöhnlich (Foto: KEYSTONE / LAURENT DARBELLAY)
Die Häufung von Erdbeben im Wallis ist aussergewöhnlich (Foto: KEYSTONE / LAURENT DARBELLAY)

Dieses Mal bebte die Erde um 05.02 Uhr in Zermatt mit einer Stärke von 2,9 auf der Richterskala, wie der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich meldete. Zusätzlich registrierte der SED in der Region Savièse nördlich von Sitten von Dienstagabend bis Mittwochmittag rund 70 kleinere Erdbeben mit einer Magnitude zwischen 0,3 und 2,4.

Erst am Mittwochnachmittag beruhigte sich die Lage. Das Zermatt-Beben stehe jedoch nicht in Verbindung zu den Savièse-Beben, sagte Philipp Kästli, Seismologe beim SED auf Anfrage. Das zeitgleiche Stattfinden beider sei ein Zufall.

Die Region um Savièse hingegen werde seit Dienstagmorgen um zwei Uhr von einem "aussergewöhnlich aktiven Erdbebenschwarm" heimgesucht, schreibt der SED auf seiner Webseite. Demnach wurden seither rund 140 Erdbeben aufgezeichnet, das ist fast ein Zehntel aller in diesem Jahr in der Schweiz registrierten Erdbeben.

Zwölf von ihnen seien mit einer Magnitude von 2,5 oder mehr von der Bevölkerung in der Region von Sitten bis nach Siders verspürt worden. Die vier stärksten Beben hätten Stärken zwischen 3,0 und 3,3 erreicht und seien vereinzelt bis ins Berner Oberland wahrgenommen worden. Mehrere hundert Personen hätten beim SED entsprechende Beobachtungen gemeldet.

Schäden gab es bislang keine. Doch die Häufung bezeichnet der SED als "eher ungewöhnlich". Nur selten ereigneten sich so viele spürbare Beben in einer Region über eine so kurze Zeitspanne. In den letzten 20 Jahren sei ihm diesbezüglich kein vergleichbarer Fall bekannt, sagte Kästli.

Eine Prognose über den weiteren Verlauf lasse sich daraus aber nicht ableiten. Normalerweise klinge die Aktivität nach einigen Tagen - im schlimmsten Fall Wochen - wieder ab. Trotzdem existiert gemäss SED eine fünf- bis zehnprozentige Chance, dass es in den nächsten Tagen auch zu deutlich stärkeren Erdbeben kommt.

(sda)


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