Die Schweizer Schwimmer so erfolgreich wie nie


News Redaktion
Sport / 18.08.22 11:16

Die EM wird für die Schweizer Schwimmer zur erfolgreichsten der Geschichte. Dank vier Medaillen, davon eine durch Lisa Mamié in Gold, und zwölf Finalplätzen gehört die Schweiz zu Europas Top 10.

Europameisterin Lisa Mamié (200 m Brust) und der EM-Zweite Antonio Djakovic (200 m Freistil) präsentieren ihre Medaillen (FOTO: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)
Europameisterin Lisa Mamié (200 m Brust) und der EM-Zweite Antonio Djakovic (200 m Freistil) präsentieren ihre Medaillen (FOTO: KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER)

Die Erwartungen vor den kontinentalen Titelkämpfen im Foro Italico in Rom waren bei Swiss Aquatics hoch. Diese EM war - noch vor den Weltmeisterschaften im Juni in Budapest - von Verbandsseite als der absolute Saisonhöhepunkt definiert worden.

Seit dem Ende der Olympischen Spielen in Tokio, wo Jérémy Desplanches und Noè Ponti mit zweimal Bronze Schweizer Schwimmgeschichte geschrieben hatten, war sehr vieles auf ein starkes Abschneiden in Rom ausgerichtet. "Wir hatten das Potenzial für neun oder sehr optimistisch gesehen gar zehn Medaillen", sagt Markus Buck, Chef Leistungssport Schwimmen bei Swiss Aquatics.

Und dann passierte das: Nach drei Wettkampftagen stand die Schweiz ohne Medaille da. Stattdessen mit 4. Plätzen - durch Roman Mityukov über 200 m Rücken und dies nach Bestzeit aller Schwimmer in den Halbfinals - und vor allem auch durch die Paradestaffel 4x200 m Crawl.

Gerade diese verpasste Medaille schmerzte besonders, was den Aussagen der vier Schwimmer unmittelbar nach dem Wettkampf klar anzuhören war.

Denn die Zeiten, in welchen man sich alleine über Finalteilnahmen gefreut hat, sind bei den Schweizer Spitzenschwimmern definitiv vorbei. "Dass man sich so extrem geärgert hat, das spricht für die Niveau-Steigerung, welche die ganze Mannschaft hingelegt hat. Es wäre wirklich mehr möglich gewesen. Aber der Ärger stachelt eben auch an", so Leistungssportchef Buck.

Tatsächlich fiel die Reaktion auf den Fehlstart in den Folgetagen eindrücklich aus. Noè Ponti - er trotz Corona-Erkrankung im Juni und wochenlang reduziertem Training in der Vorbereitung auf die EM - brach schliesslich am Sonntag als Zweiter über 100 m Delfin den Medaillenbann.

Nur 24 Stunden später und nach dem Gewinn von Edelmetall durch das Tessiner Ausnahmetalent folgten in Rom die nächsten Schweizer Höhepunkte. Zuerst schwamm Crawl-Spezialist Antonio Djakovic zu Silber, keine zehn Minuten später kam gelang der Brustschwimmerin Lisa Mamié der Gold-Coup über 200 m.

Mit abermals Silber, dieses Mal über 400 statt 200 m Crawl, sorgte der Thurgauer Djakovic für den stimmigen Abschluss der 36. - und aus Schweizer Sicht allerbesten - Europameisterschaften seit 1926.

Wenig fehlte am Mittwoch gar zu zwei weiteren Top-3-Platzierungen: Mityukov - nun auch noch über 100 m Rücken - und Desplanches über 200 m Lagen klassierten sich jeweils im 4. Rang. Hinzu kamen an den Tagen zuvor Ehrenplätze durch Ponti (Fünfter über 200 m Delfin) und Maria Ugolkova (Sechste über 200 m Lagen).

"Nimmt man die Faustformel, dass auf potenziell drei Chancen in etwa eine Medaille herausschauen sollte, so stehen wir mit unseren vier Medaillen ganz gut da", streicht Markus Buck freudig heraus. "Wir haben uns in den letzten Jahren sukzessive an die europäische, ja sogar Weltspitze herangearbeitet und sind nun da definitiv angekommen."

Ehe im Mai 2024 in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Paris die nächste EM folgt, figurieren im internationalen Wettkampfkalender gleich zwei Weltmeisterschaften im 50-m-Becken: zunächst im Juli 2023 im japanischen Fukuoka, danach im Februar 2024 in der katarischen Hauptstadt Doha.

(sda)


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